Quelle: ZAMG

Interviews

Nestroy-Festspielen droht nach 30 Jahren das Aus

17.01.2013 - 14:49
Ott ist verzweifelt© APA (Archiv/Pfarrhofer)Ott ist verzweifelt

Sowohl die Homepage der Festspiele Maria Enzersdorf als auch jene der Gemeinde kündigen noch immer Johann Nestroys "Umsonst" für den Sommer 2012 an. Wie einige Tageszeitungen berichten, wird es allerdings für die von Elfriede Ott und Goran David geleiteten Festspiele tatsächlich zumindest heuer keine Fortsetzung geben. Die Intendanten gaben gegenüber der APA vorerst keine Stellungnahme ab.

Die Stiftung Fürst Liechtenstein will den Vertrag für die nächsten Jahre nicht mehr verlängern, bestätigte Elfriede Ott bereits im April des Vorjahrs gegenüber dem ORF: "Die sagen uns schon seit einigen Jahren, sie wollen es nicht, und dann haben sie es immer wieder hinausgezogen, und jetzt haben sie gesagt, wir müssen endgültig weg." Produktionsleiter Goran David, Ko-Intendant und Adoptivsohn der Prinzipalin, bestätigt nun in den NÖ Nachrichten: "Es wird heuer in Maria Enzersdorf keine Festspiele geben. Für Elfriede Ott und mich ist es eine Katastrophe, wir sind verzweifelt."

In Medienberichten kolportierte Pläne, den Aufführungsort von der Burg Liechtenstein in den Park des Hunyadi-Schlosses zu verlegen, haben sich offenbar zerschlagen. Wie Bürgermeisterin Traude Obner laut "Kurier" erklärte, gibt es allerdings Hoffnung auf ein anderes Grundstück in der Nähe der Burg. Das erforderliche Umwidmungsverfahren sei in Absprache mit der Landesregierung bereits eingeleitet, wird Obner zitiert.

Seitens der Kulturabteilung des Landes NÖ erläuterte Hermann Dikowitsch auf APA-Anfrage, die Entscheidung über die Weiterführung der Festspiele liege gemäß den Strukturen des Theaterfests NÖ beim jeweiligen Festspielstandort, somit bei der Gemeinde Maria Enzersdorf. Sollte diese Entscheidung positiv ausfallen und eine Möglichkeit zur Weiterführung gefunden werden, sei das Land NÖ zu weiterer Unterstützung bereit. Dikowitsch bestätigte auch Bemühungen, für 2014 einen neuen Aufführungsort in Maria Enzersdorf zu finden, an denen das Land beteiligt ist.

(APA)

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