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Demo gegen rechten Intendanten in Budapest

02.02.2012 - 10:47
Rechtsextremist György Dörner übernahm die Leitung© APA (epa)Rechtsextremist György Dörner übernahm die Leitung

Mehrere hundert Menschen haben gestern, Mittwoch, Abend vor dem Neuen Theater (Uj Szinhaz) in Budapest gegen dessen neuen Intendanten demonstriert. Der Rechtsextremist György Dörner hatte am selben Tag die Leitung übernommen. Zu der Kundgebung hatte der Ungarische Bund der Widerstandskämpfer und Antifaschisten (MEASZ) aufgerufen.

Gleichzeitig wurde in über hundert europäischen Theatern ein Manifest verlesen, in dem gegen die Amtsübernahme Dörners protestiert und für mehr Toleranz aufgerufen wurde. Laut einem Bericht des Ö1-Morgenjournals gab es bei der Demo Handgemenge und Schreiduelle zwischen Rechtsradikalen ("Ihr seid Idioten") und Antifaschisten ("Nazis raus"). Jene mehr als 100 Rechtsextremisten, unter ihnen uniformierte Angehörige der verbotenen Ungarischen Garde, die versuchten, die Veranstaltung mit antisemitischen Parolen zu stören, wurden von der Polizei zurückgedrängt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI wurden mehrere Personen festgenommen.

Unter den zahlreichen Schauspielern, die das Theater unter der neuen Führung bereits verlassen haben, befindet sich auch die populäre Schauspielerin Lia Pokorny: "Unserem Theater ist ein Geschäftsführer verordnet worden, der mit einer letztklassigen Bewerbung daher gekommen ist und der unverblümt eine rechtsradikale Ideologie propagiert, mit der ich mich nicht identifizieren kann", sagte sie dem Morgenjournal. Obwohl Dörners Bewerbungskonzept bei einer Fachjury durchgefallen war, wurde er vom Budapester Bürgermeister Istvan Tarlos zum Direktor ernannt.

Gestern Abend wurde anlässlich Dörners Amtsantritt in zahlreichen Theatern in Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Holland, Polen, Tschechien, Finnland, Slowenien, Griechenland und Serbien ein Manifest gegen jene politische Kräfte verlesen, "die Hass, Verachtung und Neid zwischen den Menschen schüren".

(APA/dpa)

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