Der Rechnungshof hat am Dienstag in Salzburg seine bereits im Vorjahr bekanntgewordenen Kritikpunkte über den Salzburger Festspielfonds dargelegt. In dem Prüfbericht wurden "massive Mängel" in den Bereichen interne Revision, Controlling und Rechnungswesen aufgelistet. Man könne nicht ausschließen, dass es auch in Zukunft zu Malversationen kommen könnte, warnte Rechnungshof-Präsident Moser.
Eine Reihe der bereits im Rohbericht geäußerten Empfehlungen seien bereits umgesetzt worden, betonte Festspielpräsidentin Rabl-Stadler in einer ersten Reaktion. Den Vorwurf von "gravierenden Mängeln im Rechnungswesen" wies sie zurück.
Nach Auftauchen von Malversationen bei den Osterfestspielen Anfang 2010 hat der Rechnungshof (RH) auf Ersuchen des Salzburger Landtages den Festspielfonds von November 2010 bis Februar 2011 unter die Lupe genommen. Als Prüfungszeitraum wurden die Spielzeiten 2004/05 bis 2009/10 angegeben.
Schon der im Juni 2011 vorgelegte Rohbericht erregte Aufsehen. Rabl-Stadler und das Kuratorium der Festspiele wiesen die Kritik damals zurück und lehnten die geforderte Strukturreform ab. Das Festspielfondsgesetz sei das Fundament für die äußerst erfolgreichen Festspiele, die Änderung der Rechtsgrundlage würde aus wirtschaftlicher Sicht den Bestand der Festspiele in der derzeitigen Form und in ihrer kulturellen Ausrichtung gefährden, hieß es im September 2011 in einer Stellungnahme des Kuratoriums.
Der Rechnungshof gab nun insgesamt 99 Empfehlungen zu umfassenden Reformen ab und schlug eine Novellierung des Festspielfondsgesetz vor. "Die organisatorischen, wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sind äußerst rudimentär vorhanden", resümierte der RH-Präsident. Um ein Kulturunternehmen mit einem Gebarungsumfang von rund 50 Millionen Euro zu führen, müssten die Organe mit klaren Befugnissen im Sinne von Corporate Governance ausgestattet werden. Dadurch sei sichergestellt, dass die Festspiele einen Wall gegen allfällige Malversationen aufgebaut haben.
(APA)

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