Am Klagenfurter Stadttheater gibt es am Donnerstag mit "Süden" von Julien Green eine österreichische Erstaufführung. Das Stück, das 1953 in Paris uraufgeführt worden ist, spielt in den amerikanischen Südstaaten, knapp vor Ausbruch des Sezessionskrieges. In Klagenfurt führt Sibylle Broll-Pape Regie.
Der amerikanisch-französische Autor Julien Green hatte enge Beziehungen zu Klagenfurt, nach seinem Tod im August 1998 in Paris wollte er in der Klagenfurter Stadtpfarrkirche begraben werden - ein Wunsch, der ihm erfüllt wurde. Anlass für diesen Wunsch war ein Besuch in Klagenfurt im Jahr 1990, als er ein Marienbild in der Kirche sah, das ihn eigenen Angaben zufolge "zutiefst ergriffen" hatte.
"Süden" ist ein selten gespieltes Stück, in dem es um Gefühle geht, um die Liebe als existenzielle Erfahrung. Kriegsangst spielt ebenso eine Rolle wie die Suche nach dem Weg zu Gott, aber auch Themen wie Sklavenhaltung oder Erotik. Zeitlos sei es und Tschechow sehr ähnlich, urteilten Kritiker.
Ian Wiczewski ist Leutnant der Nordstaaten, im Haus des Plantagenbesitzers Edward Broderick begegnet er dem jungen Südstaatler Eric Mac Clure. Er fühlt sich sexuell zu ihm hingezogen, will dies aber nicht wahrhaben und wendet sich der Tochter des Hauses zu. Diese schwärmt ebenfalls für Mac Clure. Unfähig, sich zu artikulieren, verstrickt sich Wiczewski in zahlreiche Scheinmanöver, am Ende steht ein Duell mit dem von ihm eigentlich Begehrten, das für den Leutnant tödlich endet.
Die Rolle des Plantagenbesitzers Edward Broderick verkörpert Joseph Lorenz, in der Rolle des Leutnant Wiczewski ist Roman Schmelzer zu sehen. Cornelia Köndgen spielt Brodrericks Schwester, Isabella Szendzielorz seine Nichte Regina, Emanuel Fellmer übernimmt die Rolle des Eric Mac Clure.
S E R V I C E - http://www.stadttheater-klagenfurt.at
(APA)

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