Quelle: ZAMG

Wende im Poker um Casinos Austria: Novomatic zieht Kürzeren

10.09.2015 - 15:17
Die Donau Versicherung sorgt für eine überraschende Wende im Poker um die Casinos Austria. Sie verkauft ihre 11,345 Prozent nicht an Novomatic sondern ein tschechisches Konsortium.
Poker um Casnos Austria© APA (Archiv/Gindl)Poker um Casnos Austria

Fast schon fix wurde damit gerechnet, dass Novomatic auch noch die 11,345 Prozent an den Casinos Austria, die derzeit im Besitz der zur Vienna Insurance Group gehörende Donau Versicherung stehen, ans ich reißen wird. Denn mit der B&C-Stiftung, der BAWAG, der Erste Bank, den Volksbanken und den Hypobanken hatte Novomatic zuletzt schrittweise immer mehr Anteile an der CASAG erworben. Doch die Donau Versicherung mach Novomatic am Donnerstag einen Strich durch die Rechnung. Hätte Novomatic, wie allgemein erwartet, auch diese Anteile noch erhalten, hätte der Konzern aus Gumpoldskirchen eine Mehrheit an den Casinos Austria und damit auch den Lotterien besessen.

Doch wie die Donau Versicherung am Donnerstag bekannt gab, wird sie ihre indirekten Anteile von 11,345 Prozent an den Casinos Austria durch den Verkauf ihrer 100-Prozent- Tochter CAME Holding GmbH nun an eine gewisse „Austrian Gaming Holding a.s.“ verkaufen. Hinter dieser Holding stehen primär die tschechische Investorengruppe KKCG mit dem Multimillionär Karel Komárek und die Lotterie-und Glücksspielgesellschaft EMMA Capital und ihrem Gründer Jiri Šmejc.

Wie die Donau Versicherung mitteilte, habe das tschechische Konsortium nicht nur einen besseren Preis als Novomatic geboten sondern auch ein Konzept für eine langfristige und nachhaltige Geschäftserweiterung der Casinos Austria und der Standortsicherung in Österreich vorgelegt. Zusätzlich soll eine Investorengruppe aus Österreich mit an Bord sein, dabei soll es sich aber nicht um die EPIC-Gruppe um Peter Goldscheider handeln.

Wie das „Wirtschaftsblatt“ beichtet, sollen die Familien Dichand und Soravia (beide Eigentümer des Dorotheums) und auch der Investor Michael Tojner gemeinsam mit den Tschechen Novomatic ausgestochen haben.
Die Übernahme der CAME verhindert nicht nur eine Mehrheit von Novomatic sondern könnte auch noch dazu führen, dass die tschechische Investorengruppe die Anteile von Novomatic aufgreift. Denn über ein Vorkaufsrecht könnten sie sich nun die gesamte  Medial zu dem von Novomatic angebotenen Preis einverleiben. Damit hätte plötzlich die Prager Gruppe eine Mehrheit an den Casinos Austria und Novomatic würde leer ausgehen.

Novomatic wartet ab

Novomatic-Konzernsprecher Hannes Reichmann kommentierte die aktuellen Entwicklungen gegenüber der APA zurückhaltend: „Wir werden den weiteren Verlauf dieser Transaktion genau beobachten. Es ist aber schade, dass damit offenbar eine österreichische Lösung aufs Spiel gesetzt wird."

Tschechen zahlen schlicht mehr

„Die Donau Versicherung hat sich als Miteigentümer immer als strategischer Investor für die Casinos Austria gesehen. Bei der Bewertung der uns vorgelegten Angebote haben wir daher Bedacht auf konkrete Konzepte und Vorschläge zur Sicherstellung des Geschäftsbetriebes und des Standortes in Österreich genommen. Das ist im Falle der Austrian Gaming Holding durch das uns vorgelegte Strategiepapier mehrfach gegeben. Das waren wichtige Punkte in unserem Entscheidungsprozess. Darüber hinaus hat die Austrian Gaming Holding das Kaufangebot mit der höchsten Dotierung gelegt. Das ist ein ebenso wichtiger Faktor, um im Sinne unserer Kunden, eine bestmögliche Geschäftsgebarung verfolgen zu können", erklärte Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der Donau Versicherung AG Vienna Insurance Group, den Schritt.

Štěpán Dlouhý, Investmentchef der KKCG reagierte erwartungsgemäß erfreut über den Zuschlag: „Lotterie und Spiele sind eine der strategischen Säulen unseres Geschäfts und dies entspricht auch der Strategie von KKCG, eine große, vielfältige europäische Glücksspielgruppe zu bilden.“

(relevant Redaktion)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech