Quelle: ZAMG

Wien für heimisches Zockermonopol

08.05.2018 - 14:39
Die Regierung in Wien hat ein gespaltenes Verhältnis zum Online-Glücksspiel. In Österreich wird nur das Angebot bestimmter Casinos erlaubt. Diese habe die notwendige Erlaubnis für digitales Zocken.
© APA (dpa/Maurizio Gambarini)

Doch natürlich sieht die Praxis anders aus. Denn es gibt unzählige große Anbieter: Das Angebot geht dabei von erlaubten Sportwetten bis hinzu Roulette, Poker, Black Jack und anderen Glücksspielen. Auch wenn es eigentlich unzulässig ist, zahlen einige Firmen dennoch ihre Steuern in Form der Glücksspielabgabe. Die Behörden beunruhigt das nicht: Wer hätte etwas davon, illegales auch noch steuerfrei zu machen? Das soll sich aber bald ändern. Finanzminister Löger hat ein Gesetz in der Hinterhand, wodurch unerlaubtes Glücksspiel gestoppt werden soll. Die Telekom Kontrollgruppe soll alle Anbieter zur Einstellung der Aktivität auffordern. Wird dies nicht erfüllt, muss die Einrichtung die sofortige Sperre der Internetseite fordern. Der Schutz der Spieler soll erhöht werden. Rund 2.000 Online-Glücksspielfirmen sind aktiv, und das Angebot nimmt ständig zu.

Diese Firmen wie Mr Green online Casino decken eine Vielzahl an Spielen und Wett Möglichkeiten ab. Besonders Sportwetten sind in einer Grauzone des Glückspiels. Meistens gehören diese zum täglichen Spaß der Sportfans und es finden sich nicht nur online viele Alternativen.            

 Legale inländische Unternehmen erleiden Marktanteilsverluste, heißt es zu den Folgen des Gesetzes. Inländische Unternehmen sind zu einem Drittel durch Republik mittels Anteile gefördert. Der Spieler erhält durch den Entwurf die Möglichkeit, erlittene Glücksspielverluste innerhalb von 30 Jahren wieder zurückfordern zu können. Man geht davon aus, dass sich existierende Anbieter aus Furcht vor der enormen Klagewelle und des damit verbundenen Rufschadens im In- und Ausland vom österreichischen Markt zurückziehen und neue illegale Anbieter vom Markteintritt abgehalten. Das hofft das Finanzministerium. Klagen könnten jedoch dann auf europarechtliche Hürden stoßen. Die meisten Anbieter haben eine Konzession im EU-Ausland, wobei hier Malta mit rund 300 Zulassungen an der Spitze steht. Demnach wäre ihre Konzession auch zum Glücksspiel in Österreich erlaubt.

Gegen die Vorgangsweise der Republik droht man inoffiziell mit rechtlichen Maßnahmen. Mögliche betroffene Unternehmen argumentieren weiterhin, dass ihre jetzige Steuerleistung im Falle einer Netzsperre wegfallen würde. Diese Ansicht wird vom Finanzministerium bestätigt. Die steuerlichen Einbusen werden aber wegen des höheren Spielerschutzes in Kauf genommen.

(relevant Redaktion)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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