Quelle: ZAMG

Relevanz der Gamingbranche in Deutschland steigt

02.11.2017 - 09:49
Die Spieleindustrie nimmt in den letzten Jahren immer mehr Fahrt auf. Längst sind Spiele wie Call of Duty oder Super Mario keine unbekannten Titel mehr. Playstation, X-Box One und Nintendo Switch sind auch keine Nischenerscheinungen mehr. Selbst der bekannte Discounter Aldi führt mittlerweile die Playstation 4 als Angebot und Spiele sowohl digital, als auch Retail, im Programm. Die Spielebranche ist also mittlerweile überall präsent, spätestens durch die große Verbreitung der Smartphones.
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Selbst Nischenbereiche des Gamings, wie zum Beispiel die Online Glücksspielbranche mit Sportwettenanbietern wie Bewin oder Tippico, Online Casinos wie de.alljackpotscasino.com und viele andere machen Milliardengewinne. Die Summen die jährlich für Spiele ausgegeben werden sind also enorm. Hierbei werden Umsätze gemacht von denen andere Branchen nur träumen könnten. Auch das Wachstum ist gewaltig, aber wie relevant ist die Gamingbranche für Deutschland?

In Deutschland haben wir durchaus nicht nur aktive Konsumenten sondern auch Spielehersteller. Leider ist die Gamingbranche in Deutschland noch lange nicht das was sie sein könnte. Hier hat man vor allem politisch verpasst die richtigen Weichen zu stellen. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, bei der eröffnung der Gamescom 2017, in Köln, zugeben musste ist sie beeindruckt von den Möglichkeiten die Spiele bieten und will die Weichen für eine bessere Förderung stellen. Natürlich ist deutsche Gamingbranche ein relevanter Punkt im Wirtschaftsraum allerdings steckt die Branche bei uns noch in den Kinderschuhen. Deutschland hat viele große Köpfe und tolle Ideen aber es mangelt sowohl an Kapital als auch an der Ausbildung der Menschen. Hier trifft der Satz: „Gutes Personal zu finden ist das schwierigste daran!“ leider mehr als zu. Die besten deutschen Programmierer und Spieleentwickler sind meist schon bei internationalen Unternehmen untergebracht und es fällt nicht leicht Finanzierungen für große Projekte auf die Beine zu stellen.

Die deutschen Spieleentwickler können von Budgets wie Branchenriesen wie Electronic Arts, Activision Blizzard oder Ubisoft nur träumen. Aktuell darf man davon ausgehen das ein deutsches Spiel meist weniger Budget hat als die Werbung für einen großen internationalen Titel kostet.

Dennoch sind vor allem mobile Spiele aus deutscher Feder ein Erfolg geworden. Hier sind viele Firmen unterwegs, die auch einige sehr erfolgreiche Projekte durchgesetzt. Firmen wie Goodgame, Travian, Wooga, Innogames oder Gameforge feiern regelmäßige finanziell erfolgreiche Spiele. Allerdings im Bereich PC/Konsole ist auf Platz 5 der größten deutschen Spielentwickler lediglich Crytek, mit etwa 550 Mitarbeitern zu nennen. Das Studio zeichnet sich verantwortlich für Spiele wie Ryse:Son of Rome (X-Box exklusiver Titel) oder Robinson:The Journey (Playstation VR), die durchaus als Erfolg zu werten sind, vor allem Ryse: Son of Rome erinnerte an Erfolge wie Far Cry oder Crysis.

Das es aber auch den erfolgreichsten deutschen Spieleentwicklern nicht gerade leicht gemacht wird zeigt die Tatsache das Crytek bereits 2016 seine Studios in Budapest, Sofia, Istanbul, Seoul und Shanghai geschlossen hat, angeblich um sich auf die Kernkompetenzen in Frankfurt am Main zu konzentrieren, seither ist es recht still um Crytek geworden.

Fakt ist das die deutsche Spielewirtschaft deutlich besser aufgestellt sein könnte. Es bedarf mehr Ausbildung, mehr Ausbildern und vor allem mehr Förderprogrammen und Krediten für große und Vielversprechende Projekte. Immerhin ist Deutschland ein Land der großen Innovationen und guten Ideen, wenn wir uns die besten Profis aus dem Land herauspicken lassen, nur weil diese International vielleicht mehr Geld bekommen können dann ist hier vor allem die Politik gefragt dem entgegen zu wirken. Die Gamesbranche ist vor allem International Relevant, wir in Deutschland haben gewaltig Aufholbedarf.

(relevant Redaktion)

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