Quelle: ZAMG

DiTech ist insolvent und schließt Hälfte aller Filialen

25.03.2014 - 11:32
Wegen Passiva von 30 Millionen Euro und gescheiterten Gesprächen mit einem möglichen Investor, musste DiTech einen Insolvenzantrag einbringen und ein Sanierung ohne Eigenverwaltung beantragen.
DiTech muss 10 Filialen schließen© DiTechDiTech muss 10 Filialen schließen

Was relevant.at bereits am 10.3. angekündigt hatte, wurde am Montag Realität. Der IT-Händler DiTech musste Insolvenz anmelden. Beim Handelsgericht Wien wurde ein Insolvenzantrag eingebracht und ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.

Für eine Sanierung mit Eigenverantwortung wäre ein Sanierungsplan erforderlich gewesen, der die Rückzahlung einer Mindestquote von 20% innerhalb der nächsten beiden Jahre glaubhaft darstellt. Dies dürfte nicht gelungen sein, weshalb die Geschäftsführung an einen Masseverwalter übergeht.

Das Handelsgericht Wien hat mittlerweile Rechtsanwalt Günther Hödl aus Wien zum Masseverwalter bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 29. April 2014 anmelden. Die Abstimmung über den Sanierungsplan findet am 13. Mai im Handelsgericht Wien statt.

Laut Kreditschutzverband KSV1870 belaufen sich die Passiva auf rund 30 Millionen Euro und sind 1.250 Gläubiger direkt betroffen. DiTech hatte bereits 120 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet, 92der aktuell 254 Mitarbeiter und damit mehr als ein Drittel sollen nun gekündigt werden. Geplant ist die Schließung von zehn der aktuell 22 Standorte, wobei speziell Niederlassungen in den Bundesländern ihre Rollläden für immer runter lassen sollen – das Sanierungskonzept sieht eine Konzentration auf Wien vor. Mit diesen Maßnahmen sollen die jährlichen Kosten um 6,5 Millionen Euro reduziert werden.

Nachdem ein möglicher Investor mit deutsch-polnischer Herkunft abgesprungen ist, ist die Zukunft des angeschlagenen Unternehmens, das dríngend Kapital braucht, vollkommen unklar. Laut Angaben des Gründerpaares Aleksandra und Damian Izdebski sollen aber aktuell Verhandlungen mit einem österreichischen Konsortium laufen. Seitens Creditreform hieß es dazu am Montag: „Die Sanierung soll mit Hilfe einer namentlich nicht genannten Investorengruppe erfolgen, die die Mehrheit der Anteile an der Gesellschaft übernehmen und auch schon während des Sanierungsverfahrens für Liquidität sorgen soll."

Schlechte Nachrichten gibt es indes nicht nur für Lieferanten und Gläubiger sondern neben der Schließung von zehn Filialen auch für DiTech-Kunden. Wie DiTech-Sprecher Mario Gündl mitteilte, können ab sofort keine DiTech-Gutscheine mehr anerkannt und eingelöst werden, da dies rechtlich einer Benachteiligung der anderen Gläubiger gleichkommen würde.

(relevant Redaktion

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