Quelle: ZAMG

So sehen wir in 3D

19.05.2010 - 11:39
© LG

Das Prinzip der räumlichen Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen ist genauso simpel wie genial: Zwei Organe nehmen das gleiche Signal auf, das Gehirn errechnet durch die Unterschiedlichkeit der beiden einlangenden Reize einen räumlichen Zusammenhang. Beispiel 1: Ein Geräusch trifft mit geringem zeitlichen Unterschied bei unseren beiden Ohren ein. Das Gehirn interpretiert es als ein einziges Geräusch, erkennt aber durch die Reihenfolge ("linkes Ohr an Gehirn", dann "rechtes Ohr an Gehirn") die Richtung, woher der Schall kommt. Beispiel 2: Unsere Augen sehen ein und dasselbe Objekt, allerdings leicht verschoben. Weil eben die menschlichen Augen etwa 60 mm auseinander liegen. Daher werden dem Gehirn wieder zwei leicht unterschiedliche Signale geliefert, die zu einem einzigen, allerdings dreidimensionalen Bild verarbeitet werden.

Aus 2D mach' 3D

Nun ist der Mensch seit geraumer Zeit am Tüfteln, wie er sich selbst 3D-Unterhaltung aus einer zweidimensionalen Fläche - seien es Bilder, Fotos, Kinoleinwände oder Fernsehgeräte - entgegenzaubern kann (siehe dazu Artikel "Die Geschichte von 3D"). Das ist so einfach nicht. Denn: Die beiden Augen sehen eine Fläche korrekterweise genau gleich; es ergibt sich daher keine dritte Dimension, wo keine ist. Schafft man es allerdings, zwei unterschiedliche Bilder zu liefern, so kann das Gehirn wieder zu rechnen beginnen und Räumlichkeit kreieren. Derzeit gibt es dazu zwei führende Technologien:

Aktive Shutter-Technologie

Hierbei zeigt das TV-Gerät abwechselnd (und etwas unterschiedliche) Bilder fürs linke und fürs rechte Auge. Der Betrachter trägt eine "Shutter-Brille" (von Englisch: shut=schließen), die, via Infrarot mit dem Fernseher synchronisiert, je ein Auge abdeckt - sprich: verdunkelt. Die Technologie wird mit mindestens 120 Bildern pro Sekunde am Bildschirm, also 60 Bilder fürs rechte, 60 Bilder fürs linke Auge betrieben. In diesem Tempo wird natürlich das "Verdunkeln" der Augen nicht mehr wahrgenommen, sondern ein fließendes dreidimensionales Bild.

Passive Polfilter-Technik

Die Darstellung erfolgt hier zeitgleich, allerdings in zwei unterschiedlichen polarisierten Bildern. "Polfilterbrillen" haben zwei Linsen, die nur die jeweils "passend" polarisierten Bilder durchlassen. Folglich sieht jedes Auge jeweils nur das für ihn gedachte Bild. Das Ergebnis ist wieder: zwei unterschiedlich wahrgenommene Bilder und ein dreidimensionales Erlebnis.

rel.red.

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