Quelle: ZAMG

Elektroflitzer mit Fahrspaß

25.09.2014 - 16:05
Nachdem Audi, VW, Renault und Co. ihre Autos der Zukunft bereits vorgestellt haben, fährt nun auch Toyota seinen i-Road vor.
Der neue Toyota© creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.deDer neue Toyota

Vorn zwei Räder, hinten eins. Auf der Front mittig ein Scheinwerfer und eine Steckdose. Zwei Sitze hintereinander und insgesamt 2,35 Meter lang. Diese Beschreibung trifft nicht gerade auf die Autos von Toyota zu. Diese haben in der Regel vier Räder, einen Tankdeckel und sind erhältlich als geräumige Geländewagen wie der RAV4 oder als schnittige Kleinwagen à la Aygo. Anders der i-Road von Toyota. Auf ihn passt die obige Beschreibung wie die Faust aufs Auge. Der futuristische Zweisitzer ist die Antwort des japanischen Autoherstellers auf die Elektroautos der Konkurrenz, darunter der Renault Twizy oder det Opel e-Rak. Anders als seine Mitstreiter vereint der i-Road die Eigenschaften eines Motorrads und eines Autos. Das Cockpit und die beiden Vorderräder, die erstmals bei Toyota von elektrischen Radnaben-Motoren angetrieben werden, haben die Konstrukteure vom Auto übernommen. Das einzelne Hinterrad und die Neigung in den Kurven sind hingegen vom Motorrad inspiriert. Die Neigung in den Kurven wird dabei mittels einer elektrisch verstellbaren Aufhängung erreicht.

Alle wichtigen Eigenschaften, die der Stadtflitzer der Zukunft benötigt, bringt der i-Road ebenfalls mit. Dazu gehört auch ein kleiner Wendekreis. Die Lenkung über das Hinterrad macht es möglich, dass für einen U-Turn gerade mal drei Meter benötigt werden. Anstelle einer Tankstelle braucht der elektrische Zweisitzer spätestens nach 50 Kilometern eine Steckdose, an der die Lithium-Ionen-Batterie bis zu sechs Stunden geladen werden muss. Die zwei Radnaben-Motoren mit je 3 kW Leistung ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, wobei beim Fahrer sicher noch kein Adrenalin ausgeschüttet wird. Was ihm an Geschwindigkeit fehlt, macht der i-Road durch seine Neigetechnik wieder wett. Die Angst, mit dem Gefährt umzukippen, ist laut Projektleiter Akihiro Yanaka jedoch unbegründet.

Vier Jahre lang hat Yanaka gemeinsam mit einem Team aus 60 Ingenieuren am i-Road gearbeitet, dessen Testflotte von 35 Fahrzeugen nun in einem Mobilitätsprojekt in Frankreich auf Herz und Nieren geprüft wird. Dabei darf der i-Road auch das erste Mal von der Teststrecke runter und in den Straßenverkehr von Grenoble. Dort wird er allein schon aufgrund seines Designs und seiner speziellen Fahrweise für Aufsehen sorgen. Ob das Elektroauto von Toyota auch in Serie gehen wird, ist derzeit noch nicht klar. "Über eine Serienfertigung für den i-Road wurde noch nicht entschieden", erklärt Projektleiter Yanaka. "Viel mehr als die aktuell 35 Fahrzeuge für Grenoble und eine Handvoll Prototypen für Japan wird es deshalb erst einmal nicht geben." Die Testfahrten in Frankreich sollen auch Aufschluss über die Preisgestaltung des Zukunftsflitzers bringen. Denn Neigungstechnik und Lithium-Batterie haben ihren Preis, der laut Aussage von Yanaka derzeit noch viel zu hoch ist, um auf dem Markt angenommen zu werden. Während Bestseller von Toyota wie der RAV4 auf Portalen wie AutoScout24 stark vertreten sind, wird es noch eine Weile dauern, bis man den innovativen i-Road on the road erleben kann.

(relevant Redaktion)



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