Der amerikanische Starfotograf Steven Meisel inszenierte für die italienische Vogue ein Shooting zur Ölpest mit dem Titel "The last wave". Dabei lichtet er das Model Kristen McMenamy ölverschmiert am Strand von Los Angeles ab. Die Anspielung der Vogue, bekannt für Fotostrecken von Armani, Dolce and Gabbana und Co, auf die schockierenden Bilder toter Tiere im Golf von Mexiko, ist dabei unbestreitbar. Zahlreiche Medien und selbst Modeblogger sehen die Grenzen des guten Geschmacks mit dem Shooting deutlich überschritten und werfen der Vogue vor, die Bilder nur zur PR-Zwecken für die neue Ausgabe der Vogue zu missbrauchen.
Der Features-Direktor der "Vogue Italia" rechtfertigt das Fotoshooting mit der Aufgabe die Menschen wachzurütteln: "Wir können in einer derartigen Situation nicht still sein. Und warum sollte unsere Interpretation nicht künstlerisch sein?". Auch Chefredakteurin Franca Sozzani schlägt gegen der Nachrichtenagentur AP einen ähnlichen Ton an: "Die Nachricht ist, dass man vorsichtig mit der Umwelt sein sollte." Das Argument der künstlerischen Freiheit stösst hier aber deutlich an seine Grenzen, wie auch die Zeitschrift "Fast Company" treffend formuliert: "Wen hassen sie durch diese Bilder mehr: BP oder die Modeindustrie?"

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