Quelle: ZAMG

US-Geiseldrama um Fünfjährigen geht weiter

03.02.2013 - 16:06

Der Geiselnehmer eines fünfjährigen Buben im US-Bundesstaat Alabama hat auch am sechsten Tag keine Bereitschaft zur Aufgabe gezeigt. Der 65-jährige Kriegsveteran, der das Kind seit Dienstag in einem unterirdischen Bunker in seiner Gewalt hält, stehe zwar im Kontakt mit der Polizei. Eventuelle Gegenforderungen für eine Freilassung wolle er aber nicht mitteilen, sagte der zuständige Sheriff Olson.

Nach Behördenangaben in der Nacht auf Sonntag versichert der Entführer Jimmy Lee Dykes, dem Buben die Situation "so angenehm wie möglich" machen zu wollen. In dem Bunker in Midland City gebe es einen elektrischen Heizofen sowie Decken, sagte der Sheriff mit Blick auf die Kälte. Die Polizei versorge den Buben zudem mit Medikamenten. "Das ist sehr wichtig", sagte Olson. Medienberichten zufolge wurde bei dem Fünfjährigen bereits früher das Asperger-Syndrom festgestellt.

Der Kontakt mit dem Kidnapper laufe über ein Belüftungsrohr aus dem Bunker, der mehr als einen Meter unter der Erde liege. "Wir halten die Kommunikationsmöglichkeit 24 Stunden pro Tag offen; wann immer er reden möchte", hieß es von den Behörden. Die Polizei veröffentlichte erstmals auch ein Foto des Verdächtigen.

Ein ehemaliger FBI-Experte, der früher mit Kidnappern verhandelte, rate der Polizei zu Geduld, berichtete der TV-Sender CBS. Solange das Kind unverletzt sei, solle die Polizei nicht zu "drastischen Maßnahmen" greifen und etwa den Strom abstellen.

Wie Nachbarn und Medien berichteten, handelt es sich bei dem Täter um einen Mann mit Hang zur Gewalt. Er habe am Dienstag einen Schulbus überfallen, den Fahrer erschossen und den Buben in seine Gewalt gebracht. Der Mann habe zunächst zwei Kinder in seine Gewalt bringen wollen. Doch mehr als 20 Kinder hätten durch eine Nottür im hinteren Bereich des Busses fliehen können.

(APA/dpa)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech