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Sechs Passagiere klagen "Costa Concordia"-Eignerin

28.01.2012 - 23:48
Klage gegen US-Eignerfirma© APA (epa)Klage gegen US-Eignerfirma

Sechs Passagiere des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" haben nun in den USA Klage gegen deren Eignerfirma Carnival eingereicht. Insgesamt fordern die Kläger, die aus den US-Staaten Florida und New York sowie aus Italien stammen, Schadenersatz in der Höhe von 460 Millionen Dollar, was fast 348 Mio. Euro entspricht. Indes fanden Taucher ein weiteres Opfer.

Die Klageschrift wurde in Miami in Florida eingereicht, weil Carnival dort ihren Sitz hat. Es handelte sich laut Anwalt Marc Bern nicht um eine Sammelklage. Eine solche hatte ein anderer Anwalt der sechs Kläger, Mitchell Proner, am Samstag vergangener Woche angekündigt. Eine erste Sammelklage im Namen aller Besatzungsmitglieder und Passagiere war ebenfalls am Freitag in den USA eingereicht worden. Sie richtet sich ebenfalls gegen Carnival und ihre italienische Tochterfirma Costa Crociere.

Unterdessen stießen die Taucher im überfluteten Bereich des sechsten Decks auf die Leiche einer Frau, teilte der Krisenstab auf der Insel Giglio mit. Damit sind nach der Havarie vor zwei Wochen bisher 17 Tote geborgen worden. Das Auswärtige Amt in Berlin hat nach Angaben der dpa ein fünftes deutsches Todesopfer bestätigt.

Außerdem ist eine weitere Leiche identifiziert worden. Nach Angaben der Präfektur der italienischen Stadt Grosseto vom Samstagabend handelt es sich um das peruanische Besatzungsmitglied Erika Fani Soriamolina. Damit sind nunmehr 16 der 17 Toten identifiziert. Es handelt sich um fünf Deutsche, vier Franzosen, drei Italiener, zwei Peruaner, einen Ungarn und einen Spanier. 16 weitere Insassen werden laut der auf der Internetseite der Präfektur veröffentlichten Liste noch vermisst.

Wegen schlechten Wetters sind unterdessen die Vorbereitungen zum Abpumpen des Treibstoffs des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" unterbrochen worden. Wie der italienische Zivilschutz am Samstag mitteilte, stellten die Techniker ihre Arbeit wegen hohen Wellengangs ein und kehrten in den Hafen der Insel Giglio zurück. Mit dem Abpumpen hätte am Samstag begonnen werden sollen, dies dürfte sich nun wegen des schlechten Wetters um einige Tage verzögern. An Bord des Wracks befinden sich noch rund 2.400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Insel zu verseuchen drohen.

(APA/ag.)

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