Quelle: ZAMG

NSA zeichnet alle Telefongespräche auf

19.03.2014 - 13:25
Am Dienstag wurde ein neues NSA-Programm bekannt, das alle bisher bekannten Details des Abhörskandals sprengt. Ein System namens „Mystic“ kann alle Telefonate eines Landes aufsaugen und speichern.
NSA sammlet alle Telefongespräche© APA (epa)NSA sammlet alle Telefongespräche

Wie die „Washington Post“ am Dienstag berichtet, wurde ein neues NSA-Programm bekannt, das alle bisher bekannten Details des Abhörskandals sprengt. Ein System des US-amerikanischen Nachrichtendienstes namens „Mystic“ kann demnach alle Telefonate einzelner Länder aufsaugen und speichern.

Laut Berichten der amerikanischen Tageszeitung, kann Software der NSA die komplette Sprachkommunikation eines Landes speichern und diese bis zu 30 Tagen speichern. Nach 30 Tagen werdend die Daten automatisch und kontinuierlich durch jeweils neuere überschrieben. In diesen 30 Tagen können NSA-Mitarbeiter die Gesprächsdaten analysieren und verdächte Gespräche permanent wegspeichern. Seit 2011 wird „Mystic“ auch tatsächlich eingesetzt und zwar mindestens gegen ein Land, wie die Zeitung berichtet. Das Aufzeichnen der Gespräche selbst übernimmt laut „Washington Post“ ein Programm namens „Retro“.

Bis dato war nur bekannt geworden und von den USA auch immer so bestätigt worden, dass nur Verbindungsdaten von der NSA in großem Stil gesammelt und gespeichert werden. Über diese Metadaten hinaus, wer wann mit wem telefoniert oder via Email kommuniziert, speichert die NSA, wie nun bekannt wurde, aber offenbar auch Gespräche selbst auf – und das in einem fast unfassbarem Umfang. Dass dies nicht nur im konkreten Verdachtsfall sondern offenbar für ganze Länder technisch möglich ist sondern in der Realität längst von der NSA automatisiert durchgeführt wird, eröffnet eine völlig neue Dimension dieses Abhörskandals. Wie die „Washington Post“ weiter berichtet, sei im Budget für 2013 die Ausdehnung des Programms für weitere fünf Ländern geplant gewesen.

Für das gesamte „Mystic“-Programm hat die NSA als internes Symbol einen Zauberer mit lilafarbenem Mantel gewählt. Der Zauberer hält einen Zauberstand in der Hand, an dessen Spitze ein Mobiltelefon dargestellt ist.

Wenn die Berichte der renommierten Zeitung stimmen, dann ermöglicht „Mystic“ es NSA-Mitarbeitern, im Nachhinein Telefonate von Menschen abzuhören, die zum Zeitpunkt der Gespräche nicht verdächtig waren. Für Datenschutz-Experten wohl der absolute Mega-Gau an politisch motivierter Beobachtung unbescholtener Bürger durch staatliche Einrichtungen.

(relevant Redaktion)

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