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Fast 21.000 Kinder sterben täglich

15.09.2011 - 10:30
Vor allem Afrika betroffen© APA (Archiv/epa)Vor allem Afrika betroffen

Die Zahl der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren ist in den vergangenen 20 Jahren weltweit von mehr als zwölf Millionen 1990 auf 7,6 Millionen zurückgegangen. Aber noch immer sterben fast 21.000 Kinder täglich, heißt es in einem aktuellen UNICEF-Bericht.

Die Erfolge beim Versuch, die Überlebenschance von Buben und Mädchen zu verbessern, sind nach Angaben der UNO-Organisation sehr unterschiedlich verteilt - sowohl zwischen den Weltregionen als auch innerhalb der Länder. Nach dem Report "Child Mortality - Levels And Trends 2011" starben 2010 täglich fast 21.000 Kinder unter fünf Jahren, das sind rund 12.000 weniger als 1990. Dies entspricht einem Rückgang um 35 Prozent in 20 Jahren. Trotzdem reichen die Fortschritte nicht aus, um bis zum Jahr 2015 die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu senken.

Das Risiko für Kinder, an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten zu sterben, ist insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara am höchsten. Zwar gibt es auch hier beachtliche Fortschritte. Trotzdem stirbt in der Region immer noch jedes achte Kind unter fünf Jahren. Dies ist 17 Mal mehr als der Durchschnitt von entwickelten Regionen (jedes 143. Kind). In Südasien erlebt jedes 15. Kind seinen fünften Geburtstag nicht.

Die meisten Todesfälle bei Kindern sind auf vier Ursachen zurückzuführen: Lungenentzündung (18 Prozent), Durchfallerkrankungen (15 Prozent), Frühgeburtskomplikationen (zwölf Prozent) und Erstickungstod bei Geburt (neun Prozent). Jeder dritte Todesfall in dieser Altersgruppe hängt mit chronischer und akuter Unterernährung zusammen. Vor diesem Hintergrund warnte UNICEF vor einem weiteren Kindersterben am Horn von Afrika, wo derzeit allein in Somalia 160.000 schwer mangelernährte Kinder akut bedroht sind.

Gerade die ärmsten Kinder in den Entwicklungs- und Schwellenländern profitieren weiterhin nur wenig von einer besseren medizinischen Grundversorgung, betonte UNICEF. So tragen Mädchen und Buben aus ländlichen und ärmeren Gegenden oder aus sehr armen Familien ein 1,7 bis zwei Mal höheres Risiko, vor ihrem fünften Geburtstag zu sterben, als ihre Altersgenossen in den Städten oder in wohlhabenderen Familien. Besonders Neugeborene und Säuglinge müssten stärker in den Fokus gerückt werden: Mehr als 40 Prozent der Todesfälle treten im ersten Lebensmonat auf, mehr als 70 Prozent während des ersten Lebensjahres.

(APA)

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