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Van der Bellen bei COP24 weiterhin "gemäßigt zuversichtlich"

04.12.2018 - 17:42
Bundespräsident Van der Bellen in Katowice© APA (BUNDESHEER)Bundespräsident Van der Bellen in Katowice

Nach ersten Gesprächen am Klimagipfel (COP24) in Katowice in Polen ist Bundespräsident Alexander Van der Bellen weiterhin "gemäßigt zuversichtlich", dass die Delegierten zu einem positiven Ergebnis kommen. "Es gibt einen Konsens darüber, dass etwas geschehen muss", sagte der Bundespräsident am Dienstag.

Hauptaufgabe der Konferenz ist es, die 2015 in Paris von den Staaten beschlossene Verpflichtung, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, in konkrete Maßnahmen umzusetzen und in einem Regelbuch festzumachen. Zwar gäbe es hierfür noch unterschiedliche Positionen bei den einzelnen Ländern, doch glaubte Van der Bellen, dass dies trotz "Mühen auf der Ebene" noch gelingen werde.

Neben seinen Treffen mit Politikern besuchte der Bundespräsident auch das Veranstaltungszentrum "Climate Hub" von Greenpeace. "Der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten ist ein starkes Zeichen an die Zivilgesellschaft", sagte Annabella Rosemberg, Programmdirektorin von Greenpeace International.

Van der Bellen traf sich dabei auch mit Vertretern der Pazifischen Inselstaaten und einem Team von Greenpeace Russland, das durch die Erderhitzung verursachte Waldbrände bekämpft. "Während die Regierungen untätig sind, stehen diese Menschen mit vollem Engagement für mehr Klimaschutz ein", unterstrich Rosemberg.

Zudem begrüßte die Programmdirektorin die internationale Initiative von Van der Bellen für mehr Klimaambition, die bereits von 18 weiteren Staats- und Regierungschefs unterstützt wird: "Der Handlungsaufruf von Alexander Van der Bellen ist unmissverständlich: Um das Pariser Klimaziel von höchsten 1,5 Grad Celsius Erderhitzung noch erreichen zu können, müssen alle Staaten ihre Klimaschutzpläne noch vor deren Inkrafttreten 2020 erheblich verbessern".

Außerdem nahm der Bundespräsident an der "Katowice Partnerschaft für E-Mobilität" teil. Dort betonte Van der Bellen die Wichtigkeit, den Verkehr nach und nach auf E-Mobilität unzustellen - auch in Österreich, wo der Straßenverkehr mit rund einem Drittel der Gesamtemissionen Klimasünder Nummer eins ist. Van der Bellen war überzeugt, dass sich diese Technologien durchsetzen werden. Für große Autohäuser seien Elektrofahrzeuge auch bereits "längst keine Zukunft mehr, sondern Realität".

Van der Bellen eröffnete zuvor den Stand der österreichischen Wirtschaftskammer. Österreich zähle bei sauberer Technologie und Energie zu den Spitzenländer der Welt. "Jetzt muss es nur noch angewendet werden", sagte der Bundespräsident. Er warnte mit den Worten "wir stehen vor dem globalen Klimakollaps" erneut vor der enormen Gefahr des Klimawandels. Die gute Nachricht sei aber, dass inzwischen die nötige Technologie bereit steht, um die Gefahr einzudämmen. Österreich zähle hierbei zu den führenden Ländern. Der Sektor ist aber nicht nur für das Klima, sondern - mit seinen Zehntausenden Arbeitsplätzen - auch für die Wirtschaft von Bedeutung, meinte der Bundespräsident. Auf dem Stand werden Projekte österreichischer Unternehmen präsentiert, die in Sachen Klimaschutztechnologie vorbildlich sind.

Die ehemalige Astronautin Mae Jemison warnte indes eindringlich vor der Zerstörung des Lebensraums auf der Erde. Der Menschheit stehe kein anderer Planet zur Verfügung, sagte die US-Raumfahrerin. "So gerne ich auch zum Mars reisen würde - er stellt keinen Plan B für unsere Zivilisation dar", sagte sie. "Die Erde braucht uns nicht, aber wir brauchen die Erde", sagte Jemison. "Wenn die Leute sagen 'Rettet die Erde' dann täuschen sie sich." Vielmehr müssten die Menschen aufhören, ihren eigenen Lebensraum zu zerstören, bis er "uns nicht mehr beherbergen kann". Der Klimawandel sei "wahrscheinlich das größte Problem" der Menschheit und betreffe jeden.

Mit ihrer Rede setzte sich die US-Astronautin deutlich von US-Präsident Donald Trump ab. Er hatte bezeichnete den Klimawandel als "Erfindung" und "Scherz" bezeichnet und den Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen erklärt.

(APA/ag.)

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