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Weltbank: 200 Mrd. Dollar Klimahilfen für Entwicklungsländer

03.12.2018 - 12:26
Die Weltbank will ein Signal setzen© APA (AFP/Symbolbild)Die Weltbank will ein Signal setzen

Die Weltbank hat 200 Mrd. Dollar (176 Mrd. Euro) Hilfen für Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel zugesagt. Die Hilfen gelten für den Zeitraum von 2021 bis 2025, wie die Weltbank am Montag nach Beginn der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz ankündigte. Es handle sich um ein "wichtiges Signal an die größere internationale Gemeinschaft, dasselbe zu tun".

Die Hilfen stellen demnach eine Verdopplung der Hilfen des aktuellen Fünf-Jahres-Plans dar. Rund 100 Mrd. Dollar werden direkt von der Weltbank finanziert, rund ein Drittel der verbleibenden 100 Mrd. Dollar von zwei Organisationen der Weltbankgruppe. Bei den übrigen Geldern handle es sich um "von der Weltbankgruppe mobilisiertes" Privatkapital.

Bis 2020 sollen die Hilfen der Industriestaaten für Entwicklungsländer für den Umgang mit Klimafolgen jährlich auf 100 Mrd. Dollar steigen. Die Industrieländer drängen allerdings auf eine starke Beteiligung der Privatwirtschaft und scheuen langfristige Zusagen. Die bisherigen nationalen Klimaschutzzusagen zur Umsetzung des Pariser Abkommens reichen bei weitem nicht aus.

Zum offiziellen Auftakt der Weltklimakonferenz COP24 in Polen mahnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres indes in einem dramatischen Appell die knapp 200 Teilnehmerstaaten zu einem entschlossenen Kampf gegen die Erderhitzung. Weltweit sei der Klimawandel für viele Menschen, Regionen und auch ganze Staaten bereits eine "Frage von Leben und Tod", sagte er am Montag in Katowice.

"Wenn wir versagen, werden die Arktis und Antarktis weiter schmelzen, die Korallen sterben, die Meeresspiegel steigen; mehr Menschen werden an Luftverschmutzung sterben und an Wasserknappheit und die Kosten dieses Desasters werden durch die Decke schießen", warnte er. Die Welt stecke wegen des Klimawandels in großen Schwierigkeiten, die Dringlichkeit der Situation könne kaum überschätzt werden. Es gehe darum, ein "globales Klima-Chaos" abzuwenden, sagte Guterres. "Wir brauchen mehr Taten und mehr Ehrgeiz."

Beim 24. UN-Klimagipfel verhandeln Vertreter aus knapp 200 Staaten zwei Wochen lang darüber, wie die als historisch eingestuften Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz von 2015 durch klare Regeln zur Umsetzung und Überprüfung ergänzt werden können. In Paris war beschlossen worden, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die bisher weltweit zugesagten Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase reichen dazu aber bei weitem nicht aus. Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, bei der Kohlendioxid frei wird, steht dabei im Mittelpunkt.

Guterres erinnerte daran, dass die Zeit für endlose Verhandlungen fehle. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre sei so hoch wie seit drei Millionen Jahren nicht. "Trotzdem steigen die Emissionen weiter an." Nach neuesten Berechnungen müsse der Ausstoß von Kohlendioxid aber bis 2030 um 45 Prozent sinken im Vergleich zu 2010, und schon 2050 netto null erreichen. Warnend verwies er darauf, dass der Treibhauseffekt längst im Gang ist. Nach Berechnungen der Weltwetterorganisation seien die 20 wärmsten je gemessenen Jahre in den vergangenen 22 Jahren gewesen.

Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda stimmte die Teilnehmer auf schwierige Verhandlungen ein. Die Welt stehe vor einem "historischen Test", sagte das Staatsoberhaupt am Montag bei der offiziellen Eröffnung des Gipfels in Katowice.

"Wir müssen beweisen, dass wir bereit sind, den Plan endgültig umsetzen, den wir 2015 entworfen haben", betonte Duda mit Blick auf das Abkommen von Paris. Dort wurde beschlossen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dazu müsse ein Regelwerk, ein "Katowice-Rulebook" entstehen, in dem genau festlegt wird, wie das Paris-Abkommen praktisch umgesetzt werde.

Ohne einen Erfolg würden die mit dem Pariser Abkommen verbundenen Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllt, warnte Duda. "Die Aufgabe hier ist viel komplizierter." Zum einen geht es darum, die Pariser Zusagen der einzelnen Staaten zu sammeln und vergleichbar zu machen. Dazu solle es das Regelbuch geben. Die Fortschritte müssten außerdem überprüft werden und transparent gemacht werden. Ferner soll es zumindest Signale geben, dass man seine Anstrengungen verstärken will.

Die bisher weltweit zugesagten Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase reichen bei weitem nicht aus, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, bei der Kohlendioxid frei wird, steht dabei im Mittelpunkt.

Duda betonte, das Gastgeberland sei bereit, seinen Teil zum Klimaschutz beizutragen. Allerdings gilt Polen, das knapp 80 Prozent seines Stroms aus Kohle bezieht, bei Umweltschützern bisher als Klimasünder. Die Modernisierung veralteter Kraftwerke geht nur langsam voran. Nach Plänen von Polens nationalkonservativen Regierenden wird Kohle auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

(APA/ag)

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