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Schulmassaker auf Krim: Schüler tötet mindestens 19 Menschen

17.10.2018 - 21:54
Russische Behörden ermitteln nach dem Amoklauf wegen Mordes© APA (AFP/KERCH.FM)Russische Behörden ermitteln nach dem Amoklauf wegen Mordes

Bei einem Blutbad in einer Schule auf der Krim-Halbinsel sind mindestens 19 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Nach Behördenangaben drang ein mit einem Gewehr bewaffneter Schüler am Mittwoch in die Polytechnische Schule in der Hafenstadt Kertsch ein und erschoss Mitschüler und Angestellte. Von einer Explosion war ebenso die Rede.

Der 18-jährige Täter erschoss sich den Ermittlern zufolge anschließend selbst. Die regionalen Gesundheitsbehörden gaben die Zahl der Todesopfer am Abend mit 19 an. Unklar blieb, ob diese Zählung den Täter mit einbezog. 39 Verletzte lagen demnach weiter im Krankenhaus, sechs von ihnen schwebten in Lebensgefahr.

Die russische Staatsanwaltschaft stufte die Tat als Mord ein, nachdem zunächst von einem "Terroranschlag" die Rede gewesen war. Der Regierungschef der 2014 von Russland annektierten Krim, Sergej Aksjonow, sagte im russischen Fernsehen, es handle sich um einen "von einem Mistkerl verübten Massenmord".

"Die Motive und der Hergang werden sorgsam untersucht", sagte Präsident Wladimir Putin zu dem Vorfall im Fernsehen. Die meisten Opfer waren jugendliche Schüler des berufsbildendenden Kollegs. Sie starben nach Angaben der Ermittler vor allem an Schusswunden. Die Bombe, die der Täter gezündet haben soll, war mit Metallteilen gespickt.

Der Täter wurde als der 18-jährige Wladislaw Rosljakow identifiziert, der die Schule ab 2015 besuchte. Die Zeitung "RBK" zitierte einen Mitschüler mit den Worten, der Bub habe die Schule "wegen bösartiger Lehrer gehasst" und angedeutet, dass er sich an diesen rächen wolle. Die Leiche des 18-Jährigen wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft neben einer Pump-Gun gefunden.

Ein Schüler, der das Drama miterlebte, schilderte, dass er gerade im Unterricht saß, als er aus dem ersten Stockwerk der Schule Schüsse gehört habe. Er und seine Mitschüler seien aus der Klasse gestürmt. Auf dem Flur hätten fliehende Schüler ihnen zugerufen, "dass ein Mann mit einer Schusswaffe auf jeden schießt". "Dann gab es eine heftige Explosion. Zum Glück war ich schon im Freien, aber ich habe gesehen, wie die Druckwelle die Fenster gesprengt und Leute nach draußen geschleudert hat", sagte der Schüler.

Krim-Regierungschef Aksjonow sprach von einer "riesigen Tragödie" und rief eine dreitägige Staatstrauer in der Region aus. Das russische Katastrophenschutzministerium rief den Ausnahmezustand in Kertsch aus und entsandte nach eigenen Angaben drei Hubschrauber mit medizinischem Personal sowie ein Flugzeug. Die russische Armee schickte 200 Soldaten, Fernsehbilder zeigten Panzerfahrzeuge und Soldaten in Tarnanzügen an den Zufahrtsstraßen nach Kertsch.

Kertsch liegt im Osten der Halbinsel. Von dort führen eine Fährverbindung und seit diesem Jahr auch eine Brücke auf das russische Festland. Die Sicherheitsmaßnahmen an der Brücke wurden verstärkt. Auch vor dem Schulgebäude fuhren gepanzerte Mannschaftstransporter auf.

Die Ukraine betrachtet die Krim weiter als ihr Staatsgebiet, auch wenn Russland die Halbinsel 2014 annektiert hat. Präsident Petro Poroschenko sprach den Opfern sein Beileid aus. "Warum das für uns so wichtig ist? Weil das ukrainische Staatsbürger sind", sagte er in einem Statement auf Facebook. "Wenn ukrainische Staatsbürger umkommen, wo immer das auch geschieht, dann ist das eine Tragödie."

(APA/dpa/ag.)

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