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Happy End in Thailand: Alle Buben aus Höhle gerettet

10.07.2018 - 17:14
Freiwillige Helfer jubeln nach der erfolgreichen Rettung© APA (AFP)Freiwillige Helfer jubeln nach der erfolgreichen Rettung

Das Höhlendrama von Thailand ist nach 17 Tagen Zittern und Bangen glücklich zu Ende gegangen: Alle zwölf Spieler der Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer sind gerettet. Die letzten fünf Eingeschlossenen - darunter auch ein Elfjähriger, der jüngste - wurden am Dienstag von Spezialtauchern ins Freie gebracht. Auch ein Arzt und drei weitere Retter kamen sicher aus der Höhle.

Der wieder hochgefährliche Einsatz war erst nach mehr als acht Stunden vorbei. Insgesamt benötigte das Team für die entscheidende Phase der Rettung drei Tage. Am Abend kamen schließlich noch ein Arzt und drei weitere Retter aus der Höhle, die dort seit dem Wochenende für alle Fälle ausgeharrt hatten. Aus aller Welt trafen am Abend Glückwünsche ein.

Das Happy End grenzt für viele an ein Wunder. Auch Experten hatten es kaum für möglich gehalten, das Team des Fußballvereins "Wildschweine" aus ihrem Zufluchtsort in vier Kilometern Tiefe sicher nach draußen zu bringen.

Der Weg zurück ans Licht dauerte für die Kinder von elf bis 16 Jahren jeweils mehrere Stunden. Große Teile der Höhle waren überflutet. Keiner der jungen Fußballer hatte Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von den Profis in den Schlepptau genommen wurden. Manche Stellen in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non waren extrem eng. Bei aller Freude erinnerten die Thais aber auch daran, dass bei den Vorbereitungen vergangene Woche ein 37-jähriger Taucher starb. Ihm war der Sauerstoff ausgegangen.

Der letzte von insgesamt drei höchst gefährlichen Einsätzen hatte um 10.08 Uhr Ortszeit (5.08 Uhr MESZ) begonnen. Zuvor hatte es die ganze Nacht über wieder heftig geregnet. Als Ziel gab Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn aus, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen - was dann auch tatsächlich gelang. Kurz vor 19.00 Uhr kam von der Marine die erlösende Nachricht: "Alle zwölf Wildschweine und der Trainer sind draußen. Alle sind in Sicherheit."

Bei den ersten beiden Tauch-Aktionen am Sonntag und Montag waren bereits acht Buben gerettet worden, jeweils in Vierer-Teams. Ihnen geht es verhältnismäßig gut. Sie sollen aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben. Am Dienstag entschieden die Retter dann aber, die restlichen fünf Eingeschlossenen alle herauszuholen. Niemand wollte dem Trainer oder gar einem der Buben zumuten, eine weitere Nacht in der Dunkelheit ausharren zu müssen - und das noch allein.

Das Fußballteam war am 23. Juni bei einem Ausflug in die Höhle von den Wassermassen überrascht worden. Erst nach neun Tagen, in denen es keinerlei Lebenszeichen gab, wurden die Buben und ihr Trainer von britischen Höhlentauchern entdeckt. Die Rettung wurde dann zu einem Kampf gegen Wetter und Zeit. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison. Die ganze Zeit drohte, dass das Wasser in der Höhle so schnell steigt, dass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss.

In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es auch am Dienstag wieder heftige Regenfälle. Dann brannte plötzlich die Sonne vom Himmel herab. Das Kernteam des Rettungseinsatzes bestand aus mindestens 19 Spezialtauchern, die meisten aus dem Ausland. Insgesamt waren mehr als 1.000 Retter beteiligt.

Nach Angaben der behandelnden Ärzte geht es den anfangs Geretteten den Umständen entsprechend gut. Die Kinder sollen jetzt aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai bleiben. Zwei haben minderschwere Lungen-Infekte. Nach den mehr als zwei Wochen in der Dunkelheit müssen alle zum Schutz vor dem Tageslicht Sonnenbrillen tragen. Die ersten bekamen auch schon Besuch von Eltern und Geschwistern. Allerdings durften sie sich nur durch Glasscheiben sehen, aus Angst vor Infekten.

(APA/dpa/ag.)

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