Quelle: ZAMG

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Erneut Missbrauchsvorwürfe gegen Hilfsorganisationen

29.05.2018 - 16:44

Das britische Parlament befasst sich erneut mit einem UNO-Bericht über sexuelle Ausbeutung von Flüchtlingen in Afrika durch Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen. Die Mitarbeiter verlangten dem 2001 erstellten Bericht zufolge in Flüchtlingslagern in Guinea, Liberia und Sierra Leone sexuelle Handlungen als Gegenleistung für Hilfe, wie die Zeitung "Times" am Dienstag berichtete.

Auch Kinder waren demnach von den Übergriffen betroffen. Mitarbeiter von 15 internationalen Organisationen sowie lokale Helfer hätten "häufig humanitäre Hilfe und Leistungen für die Flüchtlinge als Instrument der Ausbeutung eingesetzt", heißt es in dem Bericht, den vor 17 Jahren eine Forschergruppe dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR vorlegte. Helfer hätten unter anderem Lebensmittel, Sprit oder Zugang zu Bildungsangeboten für Sex in Aussicht gestellt.

Nach Angaben der "Times" wurden die Übergriffe unter anderem durch Mitarbeiter von UNO-Einrichtungen sowie der Nichtregierungsorganisationen International Rescue Committee (IRC) und des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC) verübt. Die beiden Organisationen erklärten, seinerzeit personelle Konsequenzen gezogen zu haben.

Eine Zusammenfassung des Berichts war bereits 2002 publiziert worden, allerdings ohne die 67 Verdächtigen öffentlich zu benennen. Die "vertrauliche Liste" führte damals zu keinen Ermittlungen, wie die "Times" schrieb. Der damalige UNHCR-Chef Ruud Lubbers bezeichnete die Anschuldigungen als "Gerüchte". Der Ausschuss für internationale Entwicklung des britischen Parlaments befasst sich erneut mit dem Bericht, nachdem gegen die Hilfsorganisation Oxfam Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs in Haiti laut geworden waren.

(APA/ag.)

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