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Floridas Gouverneur will Polizisten für jede Schule

23.02.2018 - 22:12
Ein 19-Jähriger erschoss in der Schule 17 Menschen© APA (AFP)Ein 19-Jähriger erschoss in der Schule 17 Menschen

Der Gouverneur von Florida will nach dem Schulmassaker in Parkland Polizisten an "jede öffentliche Schule" entsenden. Zudem werde Florida das Mindestalter für Schusswaffen von 18 auf 21 Jahre anheben, sagte Gouverneur Rick Scott bei einer Pressekonferenz in Floridas Hauptstadt Tallahassee am Freitag. Unterdessen wiederholte US-Präsident Donald Trump seine Forderung nach der Bewaffnung von Lehrern.

Ein Lehrer mit einer Waffe hätte den Attentäter von Parkland "mit Kugeln durchsiebt", sagte Trump bei einer Rede vor dem konservativen Lobbyverband CPAC am Freitag. Der Präsident forderte, die Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern "wirklich zu verstärken". Trump lobte in seiner Ansprache die Waffenlobby NRA. "Sie sind Freunde von mir, sie haben uns unterstützt. (...) Sie sind tolle Leute. Sie sind Patrioten."

Floridas Gouverneur Scott stellte am Freitag einen Aktionsplan vor, der die Sicherheit an Schulen verbessern soll. In jeder öffentlichen Schule Floridas solle demnach auf 1000 Schüler ein Polizist kommen. Die Gesamtkosten der Maßnahmen bezifferte der Gouverneur auf 450 Millionen Dollar (366 Millionen Euro). Er wolle mehr Gesetzeshüter zur Verfügung stellen und "nicht die Lehrer bewaffnen", betonte Scott.

Der US-Bundesstaat will zudem das Mindestalter für den Kauf von Schusswaffen von 18 auf 21 Jahre anheben und es "so gut wie unmöglich" für Menschen mit "mentalen Problemen" machen, Schusswaffen zu kaufen. Die "bump stocks" genannten Aufsätze, die halbautomatische in vollautomatische Gewehre umfunktionieren, sollen verboten werden.

Noch vor Scotts Ankündigung war am Donnerstag ein weiteres Behördenversagen bekannt geworden: Während der Schießerei in der Schule befand sich ein bewaffneter und für die Sicherheit an Schulen zuständiger Polizist vor dem Gebäude, griff jedoch nicht ein. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Polizeibeamten am Freitag als "Feigling", der "einen schlechten Job gemacht" habe.

Wie Polizeichef Scott Israel mitteilte, blieb der uniformierte Beamte vor dem Schulgebäude und tat "nichts", während drinnen das Morden weiterging. Der Polizist wurde inzwischen vom Dienst suspendiert und ging daraufhin in den Ruhestand. Israel zeigte sich erschüttert über die Enthüllung. Aufgabe des Beamten wäre es gewesen, in das Gebäude hineinzugehen, "den Killer zu stellen und zu töten", sagte der Sheriff.

In manchen Twitter-Reaktionen wurde das Verhalten des Hilfssheriffs verurteilt. "Wenn jemand eine Uniform trägt, erklärt er damit, dass er bereit ist, zu sterben, um die Gemeinschaft zu schützen", sagte der US-Journalist und Kriegsveteran David A. French.

Andere reagierten verständnisvoller. Selbst trainierte Soldaten und Sicherheitspersonal reagierten aus verschiedenen psychologischen Gründen nicht immer, sobald sie eine Waffe hörten, sagte ein Militäranalyst des Fernsehsenders CNN. "Das passiert öfter, als man denkt, und ist Teil der menschlichen Natur."

Es handelt sich nicht um die erste Enthüllung zu dem Massaker in Parkland, die für Empörung sorgt. So hatte die Bundespolizei FBI eingeräumt, dass sie bereits Anfang Jänner von einem Anrufer vor dem späteren Todesschützen Nikolas Cruz gewarnt worden sei und es versäumt habe, diesem Hinweis nachzugehen. Cruz feuerte am Valentinstag an der Oberschule mit einem Schnellfeuergewehr um sich und tötete 17 Menschen.

(APA/dpa/ag.)

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