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Kreuzfahrtschiff rammte Rheinbrücke - 25 Verletzte

27.12.2017 - 13:27
Beschädigter Bug des Flusskreuzfahrtschiffes "Swiss Crystal"© APA (dpa)Beschädigter Bug des Flusskreuzfahrtschiffes "Swiss Crystal"

25 Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes sind verletzt worden, als dieses am Dienstagabend den Pfeiler einer Autobahnbrücke über dem Rhein bei der deutschen Stadt Duisburg gerammt hat. Auch der Kapitän der "Swiss Crystal" trug bei der Havarie nach Polizeiangaben Verletzungen davon. Die Brücke wurde nach stundenlanger Sperre am Mittwochvormittag wieder freigegeben.

An Bord befanden sich laut einer Sprecherin der Schweizer Reederei Scylla 129 Menschen, die vor allem aus den Niederlanden stammten. Alle Passagiere, auch die zunächst behandelten, seien nun wieder zuhause, hieß es weiter. Die Sperre der Brücke Baerl der Autobahn 42 (A42) wurde am Mittwochvormittag wieder aufgehoben, wie der Landesbaubetrieb Straßen.NRW mitteilte. Zuvor hatten Statiker den Zustand des viel befahrenen Bauwerks überprüft.

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge war die "Swiss Crystal" stromabwärts in einer langgezogenen Rechtskurve des Rheins gegen den Brückenpfeiler am linken Ufer geprallt. Normalerweise steht der Pfeiler bei Niedrigwasser an Land, am Dienstagabend allerdings wegen des erhöhten Pegels von 5,68 Metern im Wasser.

Das Schiff befand sich auf den letzten Kilometern eines am 22. Dezember begonnenen Törns mit Start und Ziel in Arnheim über Mainz und Koblenz. Am Mittwoch hätte es anlegen sollen. Bei der Kollision seien viele Passagiere infolge des heftigen Aufpralls gestürzt. Das Schiff, das am Bug schwer beschädigt wurde, sei mit normaler Geschwindigkeit von 25 bis 28 Kilometern pro Stunde gefahren, hieß es weiter.

Ein zweites Passagierschiff kam der havarierten "Swiss Crystal" zu Hilfe und nahm die 26 Besatzungsmitglieder und 103 Passagiere an Bord. Der Unfall sei angesichts der vielen Menschen an Bord vergleichsweise glimpflich ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher in Duisburg. Vier Menschen seien mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, acht weitere hätten sich einige Zeit später noch zu einer Behandlung gemeldet. Der Kapitän habe bei dem Unfall einen Schock erlitten, teilte die Polizei mit.

Den genauen Hergang der Havarie ermitteln nun Experten der Schiffuntersuchungskommission des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. Ein Notfallteam der Reederei, die insgesamt 28 Schiffe betreibt, sowie Versicherungsexperten seien ebenfalls zum Unglücksort gereist. Der Havarist wurde für die Untersuchungen etwa einen Kilometer stromabwärts nach Duisburg Mühlenweide geschleppt.

Nach der Kollision wurde die A42 zwischen den Abschlussstellen Duisburg-Baerl und -Beeck in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Statiker stellten nach Auskunft von Straßen.NRW aber keine schweren Schäden an der Rheinbrücke fest. Die A42 ist einer der deutschen Hauptverkehrswege in und aus Richtung der Beneluxstaaten und wird im Jahresdurchschnitt von rund 90.000 Fahrzeugen pro Tag genutzt.

(APA/dpa)

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