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Geständnis nach Mord an Joggerin in Deutschland

22.11.2017 - 13:58
Catalin C. zeigte vor Gericht Reue© APA (dpa)Catalin C. zeigte vor Gericht Reue

Erschlagen habe er sein Opfer, an eine Vergewaltigung könne er sich aber nicht erinnern: Zum Auftakt des Prozesses um den Mord an einer Joggerin in Endingen am Kaiserstuhl hat der Lastwagenfahrer Catalin C. am Mittwoch vor dem Landgericht Freiburg ein Geständnis abgelegt. Der Mann soll auch für den Tod einer französischen Studentin in Tirol verantwortlich sein.

Der Angeklagte gab am Mittwoch bei dem Prozess in Deutschland an, dass er "keine Erklärung" für seine Tat habe und "fassungslos" sei, verlas sein Anwalt aus einer Erklärung des Angeklagten. Entscheidende Details der Tat fehlten im Geständnis jedoch.

Die Joggerin sei ein Zufallsopfer gewesen, erklärte Anwalt Klaus Malek. Am Tag der Tat habe der 40-jährige C. sich in der Früh "depressiv" gefühlt und bei einem Spaziergang im Wald eine Flasche Obstbrand getrunken. Als plötzlich eine Frau vor ihm gestanden habe, sei er wütend geworden und habe mit der Flasche zugeschlagen. C. habe daraufhin geglaubt, die Frau sei bereits tot. Was danach passiert sei, wisse er nicht mehr. Er habe keine sexuellen Motive gehabt. Er wisse, dass er Verantwortung trage - und es tue ihm leid.

Damit ging der Rumäne nicht auf den Vorwurf der Vergewaltigung ein. Staatsanwalt Tomas Orschitt hatte zuvor die Sicht der Anklage geschildert: C. habe die 27-Jährige Joggerin Carolin G. Anfang November vergangenen Jahres in einem kleinen Wald nahe Endingen überfallen und gewürgt, bis sie das Bewusstsein verlor. Er habe sie eine Böschung hinuntergezogen und in einem nicht einsehbaren Bereich mit der Faust vergewaltigt und ihr schwere Verletzungen im Beckenbereich zugefügt.

Anschließend habe er sein Opfer die Böschung weiter hinunter geschleift, der Frau mit einer runden Metallstange den Schädel zertrümmert und sie so ermordet. Danach habe er einen Schuh und das Mobiltelefon mitgenommen, den Schuh später im Wald versteckt und das Handy zerstört.

Die Leiche der Frau wurde erst vier Tage später bei einer groß angelegten Suche gefunden. Anschließend verfolgte eine Sonderkommission der Polizei mehr als 4.000 Spuren, bis sie einen Tatverdächtigen fand. C. wurde Anfang Juni auf dem Speditionsgelände seines Arbeitgebers festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Dort kam es wenige Tage nach der Verhaftung zu Übergriffen von anderen Gefangenen. Sie brachen ihm die Nase und schlugen ihm einige Zähne aus.

Der psychiatrische Gutachter, Peter Winkler, gab an, der Angeklagte habe bei ihren Gesprächen über die Tat kaum emotionale Regungen gezeigt - anders, wenn er von seiner Frau und den drei Kindern gesprochen habe. Er habe "keine schöne" Kindheit erlebt und seit seinem Umzug nach Deutschland 2015 häufiger Alkohol als Mittel gegen die Einsamkeit getrunken. C. habe dem Gutachter gesagt, dass er fast ein Jahr komplett in seinem Lastwagen gelebt habe. Zeugenberichte über eheliche Probleme habe er abgestritten.

Der Beschuldigte habe versucht, seine Tat zu verdrängen. Das sei ihm nur teilweise gelungen, manchmal komme ihm dennoch das Grauen - auch wegen des ihm vorgeworfenen Mords an einer Austauschstudentin in Kufstein, die er Anfang 2014 ebenfalls vergewaltigt haben soll. Erst über diesen Fall kam die Polizei C. auf die Spur. Zu der Tat in Österreich wollte sich C. nicht weiter äußern.

Im Freiburger Prozess sollte am Nachmittag noch der Kriminalpolizist vernommen werden, der den Abschlussbericht schrieb. Bis Weihnachten sind sieben weitere Verhandlungstage angesetzt.

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass nach Ende des Prozesses in Deutschland Mordanklage gegen den Beschuldigten erhoben wird. Man warte noch die Übermittlung der Prozessprotokolle aus Freiburg ab, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr der APA. Nach Prozessende werde der Tatverdächtige auch nach Österreich ausgeliefert. Mayr bezeichnete das Geständnis des Beschuldigten in Deutschland für den Tiroler Fall als "besonders interessant".

Die Leiche der Französin Lucile K., die aus der Gegend von Lyon stammte und im Rahmen eines Auslandssemesters in Kufstein studiert hatte, war am 12. Jänner 2014 von Polizisten am Ufer des Inns entdeckt worden. Freunde und Studienkollegen hatten die junge Frau als vermisst gemeldet. Todesursache waren laut Obduktion heftige Schläge auf den Kopf. Taucher fanden schließlich die Tatwaffe im Inn.

(APA/dpa)

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