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Vorstrafe des Texas-Attentäters wohl nicht an FBI gemeldet

07.11.2017 - 08:53
Gedenken am Ort des Geschehens© APA (AFP)Gedenken am Ort des Geschehens

Nach dem Blutbad in einer texanischen Kirche prüft die US-Luftwaffe mögliche Versäumnisse bei der Weitergabe von Informationen über den Täter: Eine Verurteilung des früheren Luftwaffensoldaten Devin Kelley wegen häuslicher Gewalt wurde laut ersten Informationen nicht in die zentrale FBI-Datenbank zur Überprüfung von Schusswaffenkäufern eingetragen, teilte eine Luftwaffen-Sprecherin am Montag mit.

Von Militärgerichten verhängte Strafen müssen eigentlich in der Datenbank erfasst werden. Das Militär leitete eine Untersuchung ein.

Der 26-jährige Kelley hatte am Sonntag in einer Kirche im Bundesstaat Texas mit einem Sturmgewehr um sich geschossen. 26 Gottesdienstbesucher wurden getötet, 20 weitere wurden verletzt. Kelley wurde kurz nach der Tat tot in seinem Wagen gefunden. Nach Angaben der Polizei nahm er sich mutmaßlich selbst das Leben.

Nach Angaben der US-Luftwaffe hatte Kelley auf einem Stützpunkt im Bundesstaat New Mexico gedient. Er wurde demnach 2012 wegen eines tätlichen Angriffs auf seine damalige Ehefrau und seinen Stiefsohn von einem Militärgericht zu zwölf Monaten Haft verurteilt. Nach einem Jahr im Gefängnis wurde er 2014 unehrenhaft aus den Streitkräften entlassen.

Wegen seiner Verurteilung sei es Kelley an sich gesetzlich verboten gewesen, "Schusswaffen zu kaufen oder zu besitzen", erklärte Luftwaffen-Sprecherin Ann Stefanek. Die zuständige Abteilung für Sonderermittlungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Holloman habe dies aber offenbar nicht in die Datenbank eingetragen. Kelley erwarb danach ein halbautomatisches Gewehr und zwei Pistolen. Die Luftwaffe will den Angaben zufolge nun überprüfen, ob andere Fälle korrekt eingetragen wurden.

Die texanischen Behörden hatten bereits zuvor bekanntgegeben, dass die Tat keinen politischen Hintergrund hatte, sondern vermutlich in einem Familienstreit wurzelte. Kelley sei wütend auf seine Schwiegermutter gewesen und habe Textnachrichten mit "Drohungen" abgesetzt, sagte der Regionaldirektor des texanischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit, Freeman Martin. Die Schwiegermutter hatte die Baptistenkirche im Dorf Sutherland Springs demnach regelmäßig besucht. Laut Medienberichten hielt sie sich zum Zeitpunkt der Tat aber nicht in der Kirche auf.

(APA/dpa/ag.)

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