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47 Tote bei Explosion von Feuerwerksfabrik in Indonesien

26.10.2017 - 16:59
Bei den Opfern handelt es sich um Fabriksmitarbeiter© APA (AFP)Bei den Opfern handelt es sich um Fabriksmitarbeiter

Bei einer schweren Explosion in einer indonesischen Feuerwerksfabrik sind fast 50 Menschen ums Leben gekommen. "Bisher sind 47 Leichen gefunden worden", teilte der Polizeichef der Hauptstadt Jakarta am Donnerstag mit. Weitere 46 Menschen seien verletzt worden, sie erlitten schwere Verbrennungen, wie ein Sprecher des staatlichen Krankenhauses an Ort und Stelle sagte.

Das Unglück ereignete sich in Tangerang an der südwestlichen Stadtgrenze von Jakarta. Das Dach der Fabrik sei weggesprengt worden, wie die Polizei mitteilte. Auf die Explosion folgte ein Großbrand. Handyvideos von Anwohnern zeigen Flammen, die aus dem Gebäude schlagen, und schreiende Menschen.

Bei den Opfern handelt es sich demnach um Mitarbeiter der Fabrik. Die Explosion löste einen Brand aus. Zunächst war die Brandursache unklar. Laut dem Polizeisprecher hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks 103 Arbeiter in der Fabrik auf.

Den Behörden zufolge startete das Feuer in der Nähe des Vordereingangs und breitete sich mit rasender Geschwindigkeit in der ganzen Produktionsstätte aus. Einwohner berichteten im Fernsehen von zwei heftigen Explosionen. Die meisten Opfer wurden nach Angaben eines Polizeisprechers im hinteren Teil gefunden. Vermutlich seien sie vor dem Brand geflüchtet.

Angaben der Polizei zufolge brach das Feuer am Donnerstagmorgen um 09.00 Uhr (04.00 Uhr MESZ) in der in einem Industriegebiet in der Nähe von Jakarta gelegenen Fabrik aus. Erst am Nachmittag war der Brand gelöscht. Die Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sagte ein Feuerwehrmann dem Sender Metro TV.

In ihrer Verzweiflung seien einige Arbeiter vom Dach gesprungen. Fernsehbilder zeigten ein zum Großteil eingestürztes Gebäude sowie verbrannte Fahrzeuge. In einem nahegelegenen Krankenhaus der Polizei lagen bandagierte Verletzte auf Tragen, während Freunde und Angehörige verzweifelt nach Vermissten suchten. Nach Angaben eines verletzten Arbeiters brach der Brand mitten während der Produktion aus. Was genau passiert sei, könne er aber nicht sagen, da er zu dem Zeitpunkt draußen gearbeitet habe.

"Ich habe eine riesige Feuersbrunst gesehen, die aus einem Raum kam, in dem die Rohmaterialien gelagert wurden", sagte ein Mitarbeiter, der den Flammen entkommen konnte, einem Fernsehsender. "Ich bin rausgekommen, aber viele meiner Kollegen haben es nicht geschafft, der Rauch war zu dick."

Die Fertigung von Feuerwerkskörpern in dem Gebäude habe erst vor sechs Wochen begonnen, sagte der kommunale Verwaltungschef des Ortes. Die Fabrik befand sich nahe einem dicht besiedelten Wohngebiet. Die Firma habe dafür aber eine Genehmigung gehabt. Der Manager der Fabrik und zwei weitere Angestellte sind der Polizei zufolge zur Befragung festgenommen worden.

Tödliche Brände kommen in Indonesien immer wieder vor. Ein Grund sind niedrige Sicherheitsstandards, die zudem nur selten eingehalten werden.

(APA/dpa/ag.)

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