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Mindestens 17 Tote bei Waldbränden in Kalifornien

11.10.2017 - 16:21
Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden© APA (AFP)Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden

Die Zahl der Toten bei den verheerenden Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien ist weiter gestiegen: Mindestens 17 Menschen kamen nach Medienberichten vom Dienstagabend (Ortszeit) ums Leben, mehr als 100 galten als vermisst.

Tausende Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, die nach Behördenangaben besonders in den prominenten Weinbaugebieten Sonoma und Napa Valley Zehntausende Hektar Land und Hunderte Gebäude zerstörten. Mehr als 25.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand für acht Bezirke aus.

Den Medienberichten zufolge gab es insgesamt 17 Tote, elf davon allein im Bezirk Sonoma. Drei weitere Tote wurden in Mendocino gemeldet. Im Bezirk Napa seien zwei Menschen ums Leben gekommen und in Yuba einer. Die Regionen nördlich der Bucht von San Francisco sind vor allem als Weinanbaugebiete bekannt. Bei den beiden Toten in Napa handelte es sich dem Fernsehsender KTUV-TV zufolge um ein 99 und 100 Jahre altes Ehepaar. Die beiden konnten sich demnach nicht in Sicherheit bringen.

Nach Angaben der Polizei von Sonoma wurden in dem Landkreis rund 150 Menschen vermisst. Die Behörden zeigten sich "zuversichtlich, dass die meisten dieser Menschen wohlauf wiedergefunden und mit ihren Liebsten vereint werden".

Ein Sprecher des Sheriffs von Mendocino sagte dem Sender CBS, es werde mit weiteren Opfern gerechnet. Davon ging auch Gouverneur Brown aus. In einem Brief an US-Präsident Donald Trump schrieb er, die Brände hätten in weniger als 24 Stunden mehr als 2.000 Häuser zerstört. Tausende weitere Gebäude seien bedroht. Nach Behördenangaben wurden seit Sonntagabend mehr als 46.500 Hektar Land zerstört. Brown forderte Trump auf, den Katastrophenfall zu erklären, um Bundesmittel freizugeben. Dies tat das Weiße Haus am Dienstag.

Nach Angaben der Behörden wüteten weiterhin mindestens 17 Brände. Die Feuerwehr erklärte aber, sie habe dank abnehmenden Winds und kühleren Wetters "über Nacht gute Fortschritte gemacht". Angefacht wurden die Brände unter anderem durch sogenannte Santa-Ana-Winde, die mitunter eine Geschwindigkeit von mehr als 90 Stundenkilometern erreichten. Es handelt sich hierbei um ein meteorologisches Phänomen, das trockene Winde aus dem Bergland östlich der kalifornischen Küste bringt.

In der am schlimmstem betroffenen Stadt Santa Rosa wurden das Krankenhaus sowie das Hilton Hotel evakuiert. Das Hilton brannte ab. Mehrere Autobahnen und Straßen wurden gesperrt. Nach Angaben des Versorgers Pacific Gas & Electric fiel zunächst bei 196.000 Kunden wegen der Brände der Strom aus. Später waren demnach noch 99.000 Kunden von der Stromversorgung abgeschnitten, insbesondere in den Bezirken Sonoma und Napa.

Sogar im rund 60 Kilometer entfernten San Francisco waren riesige Rauchwolken zu sehen, auch der Brandgeruch drang bis in die Millionenmetropole. Im Norden der Stadt wurde wegen Asche in der Luft von Aktivitäten im Freien abgeraten.

(APA/dpa)

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