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Ein Jahr nach Erdbeben - Amatrice gedachte seiner Opfer

24.08.2017 - 17:33
Die Spuren der Verwüstung sind noch immer allgegenwärtig© APA (AFP)Die Spuren der Verwüstung sind noch immer allgegenwärtig

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien haben die Bewohner von Amatrice und anderer betroffener Orte am Donnerstag der Opfer gedacht. In dem damals am schwersten zerstörten Ort läutete um 3.36 Uhr, dem Zeitpunkt des Bebens vom 24. August 2016, eine Glocke 249 Mal für jedes der Todesopfer in Amatrice und der Nachbargemeinde Accumoli.

Die Zeremonie am Ende eines Fackelzugs fand unter einem großen Zelt auf dem Sportplatz im Beisein der Familien und Freunde der Opfer statt. Amatrices Bürgermeister Sergio Pirozzi weihte ein Denkmal für die Erdbebenopfer ein. Am Donnerstagvormittag wurde dann eine Messe zelebriert, an welcher der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni teilnahm. Später folgte eine weitere Messe für alle 300 Opfer des Erdbebens.

"Amatrice wird wieder auferstehen. Nach der Nacht kommt immer ein neuer Morgen", sagte Bischof Domenico Pompili, der die Messe in der zerstörten Berggemeinde zelebrierte. Er machte Druck auf die Regierung für einen schnelleren Wiederaufbau und für die Bewältigung bürokratischer Engpässe, die diesen erschweren. "Lasst uns nicht allein", forderte der Bischof

Bisher wurden weniger als zehn Prozent der rund 4.000 Tonnen Schutt in den 140 betroffenen Orten weggeräumt. Auch der Aufbau der Notunterkünfte kommt nur langsam voran. Von den 3.649 für die Region georderten Unterkünften wurden erst 743 ausgeliefert, teilte der Zivilschutz mit. Es wird nicht erwartet, dass der Rest pünktlich vor dem Wintereinbruch in der Bergregion geliefert wird. "Die große Verspätung bei der Räumung der Trümmer ist unannehmbar", kritisierte der Bürgermeister von Amatrice.

Am 24. August vor einem Jahr begann eine Erdbebenserie in der mittelitalienischen Region, die ganze Ortschaften verwüstete. Zehntausende wurden obdachlos. Die Schäden des Erdbebens in Mittelitalien wurden auf 23 Milliarden Euro beziffert. Das italienische Institut für Geologie und Vulkanologie (INGV) bezeichnete das Erdbeben von Amatrice als das verheerendste der vergangenen 100 Jahre in Italien.

Sorge löste unterdessen aus, dass der Sonderkommissar der Regierung für den Wiederaufbau sein Mandat beendet. Vasco Errani wird das Amt ab September nicht mehr bekleiden. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Italien wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Auf der Insel Ischia vor Neapel richtete ein Beben erst am vergangenen Montag große Schäden an. Zwei Menschen starben, 42 Personen wurden verletzt.

(APA/dpa)

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