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Massenevakuierung in Hannover - Drei Blindgänger entschärft

07.05.2017 - 19:03
Die Bomben wurden entschärft© APA (dpa)Die Bomben wurden entschärft

Nachdem alle drei auf einem Baugelände in Hannover entdeckten Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft wurden, konnten die rund 50.000 evakuierten Menschen in ihre Wohnungen zurückkehren, wie die Stadt Hannover über Twitter mitteilte. Es war eine der größten Evakuierungsaktionen in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die zunächst problematische dritte Bombe machten Experten mithilfe eines Wasserschneidgeräts unschädlich. Der Zünder der dritten Bombe wurde mit dem Wasserschneidgerät wurde aus dem Sprengsatz herausgeschnitten und zusammen mit den Zündern der zwei weiteren Bomben kontrolliert gesprengt.

An zwei weiteren Stellen lag Schrott anstatt der vermuteten Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Fachleute hätten die Stellen am Sonntag näher untersuchen können und nun Entwarnung gegeben.

Eine Fünf-Zentner-Bombe und eine Zehn-Zentner-Bombe wurden von den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes manuell entschärft. Die andere Fünf-Zentner-Bombe war so stark beschädigt, dass am späten Nachmittag ein Wasserschneidgerät zur Entfernung des Zünders eingesetzt werden sollte.

Auf die verdächtigen Stellen waren Experten bei der Auswertung von Luftbildern gestoßen. Sie wurden analysiert, weil auf dem Gelände gebaut werden soll. Die groß angelegte Evakuierungsaktion hatte am Sonntag um 9.00 Uhr begonnen.

In der Evakuierungszone in den Stadtteilen Vahrenwald, List und Nordstadt befinden sich auch sieben Alters- und Pflegeheime sowie eine Klinik. Die von der Räumung betroffenen Haushalte wurden bereits Mitte April mit mehrsprachigen Broschüren informiert. Die Stadtverwaltung hielt die Anrainer am Sonntag via Twitter und Facebook sowie auf ihrer Homepage auf dem Laufenden. Zudem wurde ein großes Kultur- und Unterhaltungsprogramm organisiert.

Auch Bahnreisende mussten sich auf Behinderungen einstellen. Sie dürften zum Teil länger unterwegs sein oder müssen zusätzlich umsteigen. Ab dem frühen Nachmittag hielten praktisch alle über Hannover fahrenden IC- und ICE-Züge nicht mehr im Hauptbahnhof, sondern stoppten bei Ersatzhalten in Wolfsburg, Lehrte, Wunstorf und Hannover Messe/Laatzen. Auch im Bahn-Regionalverkehr mussten sich die Fahrgäste auf Umsteigen einstellen.

Auf die Verdachtspunkte waren die Experten des Kampfmittelräumdienstes bei der Auswertung von Luftbildern gestoßen. Die alten Aufnahmen wurden gezielt unter die Lupe genommen, weil auf dem Gelände gebaut werden soll. Bei Sondierungen bestätigte sich der Verdacht auf Weltkriegsblindgänger.

Insgesamt waren mehr als 2.400 Polizisten, Feuerwehrleute und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im Einsatz. Stadt und Feuerwehr lobten die Disziplin der von der Evakuierung betroffenen Bürger.

Eine größere Evakuierungsaktion gab es bisher nur in Augsburg. Dort betraf eine Bombenentschärfung im Dezember 2016 rund 54.000 Menschen.

(APA/dpa/ag.)

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