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Lebenserwartung in Industrienationen inkl. Österreich steigt

22.02.2017 - 08:26
Die Kluft zwischen Männern und Frauen wird voraussichtlich schrumpfen© APA (dpa)Die Kluft zwischen Männern und Frauen wird voraussichtlich schrumpfen

Die Lebenserwartung in 35 Industriestaaten dürfte bis 2030 generell weiter steigen. In Südkorea könnten die Frauen bei einer Geburt 2030 mit einer 57-prozentigen Wahrscheinlichkeit eine Lebenserwartung von 90,82 Jahren (Männer: 84,07) haben. Auch in Österreich wird es einen Zuwachs geben - auf 81,40 Jahre bei den Männern und 86,22 Jahren bei den Frauen, zeigt eine Studie im Fachmagazin "Lancet".

"Bis zur Jahrhundertwende haben viele Wissenschafter geglaubt, dass die Lebenserwartung niemals die 90 Jahre übersteigen wird. Unsere Vorhersagen einer steigenden Lebenserwartung beleuchten unsere Erfolge für die Öffentliche Gesundheit und die Gesundheitsversorgung. Trotzdem ist es wichtig, mit einer entsprechenden Politik auf die wachsende ältere Bevölkerung vorbereitet zu sein. Besonders müssen wir unser Gesundheits- und Sozialsystem stärken und alternative Modelle für die Betreuung zu Hause etablieren", sagte Studienautor Majid Ezzati vom Imperial College in London. In Zukunft werde man da auch auf neue Technologien setzen müssen.

Die Projektionen beruhen auf 21 Rechenmodellen. Mit einer 57-prozentigen Wahrscheinlichkeit wird in Südkorea die Lebenserwartung für Männer von 77,11 Jahren im Jahr 2010 auf 84,07 Jahre steigen. Bei den Frauen wird das wahrscheinlich von 84,23 Jahren auf gar 90,82 Jahre der Fall sein, womit die Südkoreanerinnen dann im Querschnitt die höchste Lebenserwartung haben werden. Auf den folgenden Plätzen werden dann die Französinnen (88,55 Jahre) und die Japanerinnen (88,41) Jahre liegen.

In Österreich ist ein Anstieg der Lebenserwartung bei den Männern von 77,73 auf 81,40 Jahre und bei den Frauen von 83,21 auf 86,22 Jahre zu erwarten. Im Vergleich zur Alpenrepublik schneidet Deutschland ähnlich ab (Lebenserwartung bei Männern: 77,91 bzw. 81,96 Jahre; Frauen: 82,81 bzw. 85,86 Jahre).

Die Situation entwickelt sich aber von Land zu Land sehr unterschiedlich: Den größten Zuwachs an Lebenserwartung bei den Frauen dürfte es in Südkorea (plus 6,6 Jahre), in Slowenien (plus 4,7 Jahre) und in Portugal (plus 4,4 Jahre) geben. Bei den Männern wird das Plus wahrscheinlich am größten in Ungarn (plus 7,5 Jahre), in Südkorea (plus sieben Jahre) und in Slowenien (plus 6,4 Jahre) sein. Ungarn startet in dem Vergleich aber mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung bei den Männern im Jahr 2010 von 70,65 Jahren von einem ausgesprochen niedrigen Niveau (Rumänien ist mit 70,12 Jahren bei den Männern noch schlechter). Die osteuropäischen Staaten hinken beträchtlich nach.

Anhaltend schlecht bleibt die Situation in den USA, wo zwar mit einem Anteil von 16 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (Österreich: 10,4 Prozent) die höchsten Gesundheitsausgaben verzeichnet werden, die Ausgaben aber wegen der großen sozialen Unterschiede (auch im Versicherungsstatus der Menschen) sehr ungleich verteilt sind. "Die USA werden eine relativ kleine Verbesserung bei der Lebenserwartung sehen (von 81,2 Jahren im Jahr 2010 auf 83,3 Jahre im Jahr 2030 für die Frauen und von 76,5 auf 79,5 Jahre bei den Männern). Die Lebenserwartung ist in den USA generell niedriger als in den meisten hoch entwickelten Ländern und dürfte bis 2030 weiter zurückfallen. Das ist potenziell die Konsequenz von großer Ungleichheit, Absenz einer allgemeinen Krankenversicherung, den höchsten Mordraten, dem höchsten Body-Mass-Index und der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit aller Staaten mit hohem Bruttoinlandsprodukt", merken die Autoren an.

Insgesamt dürfte sich die Lebenserwartung bei den Frauen am wenigsten in Mazedonien, Bulgarien, Japan und den USA erhöhen (plus 1,4, plus 1,5, plus 1,8 bzw. plus 2,1 Jahre). Am geringsten wird der Anstieg bei den Männern in Mazedonien, Griechenland, Schweden und den USA sein (plus 2,4, plus 2,7, plus 3,0 bzw. 3,0 Jahre) sein.

(APA/dpa)

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