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Bergung nach Lawinenunglück in Italien beendet

26.01.2017 - 10:40
Elf Menschen überlebten die Katastrophe© APA (AFP)Elf Menschen überlebten die Katastrophe

Acht Tage nach dem Lawinenunglück in der mittelitalienischen Region Abruzzen sind die letzten Hoffnungen geschwunden, Menschen noch lebend aus den Trümmern des Hotels Rigopiano zu holen. Die Katastrophenhelfer haben in der Nacht auf Donnerstag alle noch Vermissten tot aus den Trümmern des Hotels geborgen. 29 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben.

Die meisten Leichen wurden aus einem Raum geborgen, der einst die Bar des Hotels in der Gemeinde Farindola war. Hier hatten sich am vergangenen Mittwoch die Hotelgäste versammelt. Sie warteten dort auf die Räumung der verschneiten Straße, um das Vier Sterne-Hotel am Hang des Gran Sasso-Massivs auf 1.200 Meter Höhe zu verlassen zu können. Die Gäste waren aufgrund der starken Erdbebenserie verängstigt, die in dieser Gegend klar wahrzunehmen war. Diese Erdbeben sollen auch die Lawine ausgelöst haben, die das Hotel verschüttet hat.

Insgesamt 40 Personen hielten sich im Hotel Rigopiano auf 1.200 Meter Höhe auf: 28 Gäste und zwölf Mitarbeiter, darunter Hotelinhaber Roberto Del Rosso. Die Toten seien von den Trümmern erdrückt, oder durch den Schnee erstickt worden, andere sind erfroren, ergaben die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft von Pescara. Elf Menschen überlebten das Unglück: Zwei Personen hatten sich im Freien aufgehalten, als die gewaltige Lawine am Mittwoch vergangener Woche über dem Hotel Rigopiano niederging und Hilfe gerufen. Neun Menschen - darunter vier Kinder - wurden aus den Trümmern befreit.

Die Bergungsarbeiten erfolgten wegen Schneefällen, Nebel und Lawinengefahr unter schwierigsten Bedingungen. Bis zu 200 Helfer waren im Einsatz. Auch Tiroler Bergretter waren angereist, um die Rettungsmannschaften mit einer Dampfsonde bei den Bergungsarbeiten zu unterstützen.

Nach dem Lawinenunglück mehren sich die Vorwürfe gegen die Behörden. Die Staatsanwaltschaft in Pescara ermittelt gegen unbekannt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Sie geht unter anderem Anschuldigungen nach, wonach Notrufe ignoriert wurden und sich der Rettungseinsatz in der Abruzzen-Gemeinde verzögert haben soll. Eine Obduktion ergab, dass eines der Todesopfer erfroren sei. "Wäre er zwei Stunden früher geborgen worden, hätte er sich retten können", sagte der von der Familie eingesetzte Arzt, Domenico Angelucci, der die Obduktion des Toten durchführte.

Italiens Premier Paolo Gentiloni lobte den Einsatz der Retter und des Zivilschutzes nach der Erdbebenserie, den heftigen Schneefällen und dem Lawinenabgang vergangene Woche. Über 11.000 Menschen seien vor Ort im Einsatz gewesen. "Der Staat hat all seine Ressourcen in den Dienst der Bürger gestellt. Wir sind auf unsere Retter stolz. Unser Zivilschutz hat Spitzenqualität", sagte Gentiloni.

Italien trauert indes auch um sechs Menschen, die am Dienstag unweit des Apenninen-Orts Campo Felice in der mittelitalienischen Region Abruzzen mit einem Rettungshubschrauber verunglückt sind. Zwei von ihnen waren an der Bergung der Verschütteten aus dem Hotel beteiligt. Die Carabinieri konnten den Flugdatenschreiber des Rettungshubschraubers finden, der in der Nähe eines Skigebiets abgestürzt ist. Der Flugdatenschreiber soll den Ermittlern wichtige Informationen über die Absturzursache liefern. Der Helikopter, mit dem ein Rettungsteam einen verletzten Skifahrer ins Krankenhaus von L´Aquila fliegen wollte, stürzte wenige Minuten nach dem Abflug von Campo Felice in eine 600 Hundert Meter tiefe Schlucht, während über der Gegend dichter Nebel hing.

(APA/dpa)

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