Quelle: ZAMG

Interviews

Thema Europäische Union

Kolumne

Wirtschaftskolumne

Gesundheitskolumne

Flugschreiber von abgestürzter Tupolew gefunden

27.12.2016 - 16:13
Die Suchmannschaften an der Absturzstelle© APA (AFP)Die Suchmannschaften an der Absturzstelle

Zwei Tage nach dem Absturz einer russischen Militärmaschine über dem Schwarzen Meer haben Suchmannschaften einen der beiden Flugschreiber gefunden. Das Gerät wurde in der Nacht auf Dienstag 17 Meter unter der Meeresoberfläche geortet, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die Maschine war am Sonntag auf dem Weg von Sotschi nach Syrien mit 92 Menschen an Bord abgestürzt.

Von der Auswertung des Flugschreibers erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die genaue Absturzursache. Der Flugschreiber wird nun in Moskau ausgewertet. Bis Ergebnisse vorliegen, könne es mehrere Wochen dauern, berichteten russische Nachrichtenagenturen. Interfax zitierte eine Quelle, wonach es sich bei dem gefundenen Gerät um den Flugdatenschreiber handelt, der in "gutem Zustand" sei.

An Bord eines Flugzeugs befinden sich zwei Aufzeichnungsgeräte: der Flugdatenschreiber, der die technischen Daten während des Fluges registriert und allgemein auch als "Black Box" bezeichnet wird, sowie der "Voice Recorder", der alle Geräusche und Gespräche im Cockpit aufzeichnet.

Bis zum Dienstag wurden zwölf Leichen und 156 Leichenteile geborgen, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Demnach wurden bisher fünf Teile der abgestürzten Tupolew Tu-154 entdeckt, darunter Fragmente des Rumpfs und des Triebwerks. Nach Angaben der Suchmannschaften sind die Trümmerteile des Wracks über einen Radius von 500 Metern verstreut. Insgesamt sind mehr als 3.500 Helfer, 45 Schiffe, 15 U-Boote, zwölf Flugzeuge, fünf Hubschrauber sowie zahlreiche Drohnen im Einsatz.

Als Unglücksursache vermuten die russischen Behörden einen Pilotenfehler oder ein technisches Problem. Der Inlandsgeheimdienst FSB erklärte, für die These eines Anschlags spreche derzeit nichts. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf vier Möglichkeiten: ein Pilotenfehler, ein technischer Defekt, schlechter Treibstoff oder ein Fremdobjekt im Triebwerk. Ein "Terrorakt" ist demnach unwahrscheinlich.

An Bord der Maschine war ein großer Teil des Armeechors, der bei den Neujahrsfeiern auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien auftreten sollte. Russland unterstützt die Regierung des syrischen Machthabers Bashar al-Assad seit September 2015 auch durch Luftangriffe im Bürgerkrieg.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigte am Dienstag mit Blick auf den Armeechor an, das Alexandrow-Ensemble solle "so schnell wie möglich" wiederaufgebaut werden. Dafür sollten Vorsingen abgehalten werden, "um die besten Leute auszuwählen". Außerdem werde er 70 Wohnungen für das Ensemble anmieten lassen, die den neuen Mitgliedern angeboten werden würden, erklärte Schoigu.

Das Alexandrow-Ensemble verlor durch das Unglück seinen Dirigenten Waleri Chalilow und rund ein Drittel seiner Mitglieder. Das Ensemble ist als Chor der Roten Armee bekannt und gilt als wichtiges russisches Nationalsymbol.

(APA/ag.)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech