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Blinde Iranerin will ihren Peiniger blenden

13.05.2011 - 21:04
Ameneh Bahrami will sich rächen© APA (epa)Ameneh Bahrami will sich rächen

Sechseinhalb Jahre nach einem Säure-Attentat, bei dem sie erblindete, will die Iranerin Ameneh Bahrami dem Täter das gleiche Leid zufügen. Der Mann soll am Samstag in Teheran mit Säure geblendet werden. Die Frau hatte vor Gericht erstritten, dass sie ihren Peiniger nach dem Prinzip Auge um Auge bestrafen kann. Bahrami, die seit längerem in Spanien lebt, war zur Vollstreckung in den Iran gereist.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die iranischen Behörden am Freitagabend auf, die Bestrafung zu unterbinden. Blendung mit Säure sei inhuman und grausam bis hin zur Folter. Die iranischen Behörden hätten eine Verantwortung unter internationalem Recht, dies zu verhindern.

"Das wird für mich nicht nur eine Genugtuung für all das Leid, das mir angetan wurde, sondern auch eine Initiative, um Täter vor solchen Aktionen abzuschrecken", sagte dagegen die 32-Jährige in einer Presseerklärung.

Ein damaliger Verehrer und Mitstudent, Majid Movahedi, hatte Bahrami im November 2004 Schwefelsäure ins Gesicht geschüttet. Grund war ihre Zurückweisung seiner Gefühle. Trotz zahlreicher Operationen ist ihr Gesicht weiter verunstaltet, die Haut ist narbig und gespannt.

Nach islamischen Gesetzen gibt es das Auge-um-Auge-Prinzip, das dem Opfer erlaubt, dem Täter das gleiche Leiden zuzufügen. Nach dem Gerichtsurteil darf sie dem Attentäter in einem Krankenhaus mit einer Pipette Säure in die Augen träufeln. Er soll dabei betäubt werden.

Offen ist, ob sie das Urteil selbst ausführen oder - wegen ihrer Blindheit - ein Familienmitglied die Blendung übernehmen soll. Nach Angaben des mvg-Verlags in München möchte die Frau es aber selbst tun. In dem Verlag ist die Geschichte Ameneh Bahramis erschienen.

Der Fall und die Entscheidung des Gerichts aus dem Jahr 2008 hatten weltweit für Aufsehen gesorgt. Auch iranische Stellen hatten versucht, das Opfer umzustimmen und dazu zu bewegen, auf die Vollstreckung zu verzichten.

(APA/dpa)

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