Skyrunner Christian Stangl soll nicht nur seinen Gipfelsieg am K2 vorgetäuscht, sondern beim letzten Aufstiegsversuch nicht einmal das Camp auf 5.300 Metern verlassen haben. Die Zeitung "Österreich" und das Online-Portal "explorersweb.com" zitierten den rumänischen Bergsteiger Zsolt Torok, es gebe keine Hinweise, dass Stangl tatsächlich zum Gipfelsturm aufgebrochen sei.
Stangl sei einfach weggegangen und habe ein Buch gelesen, so Torok in "Österreich". Es seien keine Spuren oberhalb des Basislagers zu sehen gewesen und keine Ausrüstungsgegenstände mitgenommen worden, erzählte Torok "explorersweb.com". Damit wäre auch die Angabe Stangls, er habe an diesem Tag sein vermeintliches Gipfelfoto auf einer Höhe von 7.500 Metern gemacht, falsch.
Stangl habe sich zur Erholung auf die Alm zurückgezogen und sei für weitere Stellungnahmen derzeit nicht zu erreichen, sagte sein Sprecher Willi Pichler. Aber die Vorwürfe, dass er am geplanten Gipfeltag nicht das Basislager verlassen habe, seien dem Skyrunner schon früher bekanntgewesen. "Christian ist bei seiner Darstellung geblieben. Er hat gesagt, so wie er es bei der Pressekonferenz beschrieben hat, so ist es gewesen."
Der Extremsportler sei nach seinem Outing "völlig fertig", betonte Pichler. Er werde auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die für November geplant gewesene Besteigung des Mount Tyree in der Antarktis hat Stangl abgesagt.
Der steirische Skyrunner hatte vergangene Woche zugegeben, nicht - wie zunächst von ihm vermeldet - am 13. August den zweithöchsten Berg bezwungen zu haben. "Ich war in einem tranceartigen Zustand und ich dachte, ich sei am höchsten Punkt des Berges", meinte Stangl bei einer Pressekonferenz.
(APA)

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