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Natascha Kampusch las aus Autobiografie

09.09.2010 - 21:32
Großes Interesse bei Lesung© APA (Schlager)Großes Interesse bei Lesung

"Ich wollte ein neues Leben beginnen" - so begründete Natascha Kampusch bei der Lesung aus ihrer Autobiografie "3096 Tage" das Niederschreiben ihrer Erlebnisse in der Gefangenschaft. "Jetzt steht es da drinnen, jetzt muss ich mich nicht mehr damit befassen." Auf 284 Seiten schildert die 22-Jährige ihr mehr als acht Jahre dauerndes Martyrium vom Tag der Entführung bis zur Flucht.

Sichtlich nervös, mit teilweise zittriger Stimme las sie fünf Passagen aus "3096 Tage" in der Buchhandlung Thalia in der Landstraße vor. Die rund 800 Personen im Publikum zeigten sich beeindruckt und gerührt. Immer wieder schweifte Kampuschs Blick zu ihre Mutter Brigitta Sirny in der ersten Reihe. Besonders wenn es darum ging, dass sie in ihrer Gefangenschaft ihre Familie vermisste, sah sie zu Sirny. Nach dem Vorlesen einer Textstelle über den Tag der Flucht, warf sie ihr ein breites Lächeln zu.

Kampusch selbst denkt im Bezug auf ihre Zukunft derzeit besonders an die bevorstehende Verfilmung ihrer Geschichte: "Es ist auch interessant, diese Paranoia des Täters zu zeigen und wie ein Mensch in einem so kleinen Raum leben kann, ohne verrückt zu werden", meinte sie zu ORF-Moderator Christoph Feurstein, der durch die Lesung führte. "Es ist eigentlich ein Hollywood-Stoff, aber es wird kein Hollywood, sondern eine deutsche Produktion."

Verfilmungsangebote kurz nach ihrer Flucht im Jahr 2006 habe sie aus Angst vor kitschigen TV-Streifen abgelehnt. Mit der Zeit habe sie mehr Abstand zu den Geschehnissen gewonnen und könne bei der Entstehung des Drehbuchs mitbestimmen. "Es beruhigt mich, dass ich Einfluss nehmen kann", betonte die 22-Jährige.

Die Zuhörer der Lesung nahmen Kampuschs Geschichte sichtlich betroffen auf. "Beeindruckend, das hätte ich mir nicht gedacht", so ein Geschäftsmann. "Ich finde sie großartig und sie soll so weitermachen", meinte eine junge Mutter.

(APA)

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