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20-jähriger Lehrling erstach Prostiutierte in Wien

09.09.2010 - 12:55
Pressekonferenz zum geklärten Prostituiertenmord© APA (Hochmuth)Pressekonferenz zum geklärten Prostituiertenmord

Ein 20-jähriger Installateurslehrling soll aus Kränkung und wegen Geldstreitigkeiten Ende August eine 22-jährige slowakische Prostituierte in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ermordet haben. Nachdem sich der junge Mann bei der Tat selbst eine tiefe Stichwunde an der Hand zufügte, fingierte er zur Verschleierung einen Raubüberfall. Ungereimtheiten führten die Ermittler schließlich zum Täter.

Am Mittwoch wurde der 20-Jährige von der Polizei aus der Berufsschule abgeholt und festgenommen. Der junge Wiener legte ein Geständnis ab. Ein 41-jähriger ursprünglich verdächtigter Serbe, der bereits in U-Haft saß, ist wieder auf freiem Fuß.

Bereits vor drei Monaten haben sich Opfer und Täter über eine Begleitagentur kennengelernt und bis zum Tatzeitpunkt am 21. August "zwei bis dreimal getroffen", sagte Helmut Fischer, Leiter der Ermittlungsgruppe. An dem besagten Nachmittag soll die 22-Jährige den Lehrling angerufen und zu sich bestellt haben. Sie wollte sich, wie schon zuvor, Geld borgen.

Der mutmaßliche Täter betrachtete die Prostituierte als eine Art Bezugsperson, die seine Probleme verstand, "er hat das Mordopfer verehrt", sagte Fischer. Bei dem Streit ums Geld "fühlte er sich ausgelacht", die Auseinandersetzung eskalierte und der 20-Jährige stach zu.

Im Zuge der Auseinandersetzung fügte sich der Angreifer selber eine tiefe Stichwunde zwischen Daumen und Zeiger zu. Schließlich zeigte er den fingierten Raubüberfall bei der Polizei an, der sich unweit des Tatortes abgespielt haben soll. Stutzig machte die Ermittler die auffällige Verletzung des Lehrlings. Außerdem hatten Täter und Opfer kurz vor dem Todeszeitpunkt noch telefonischen Kontakt und der junge Mann konnte die Tatwaffe verdächtig genau beschreiben.

Erst knapp eine Woche nach der Tat fanden zwei Freunde der Prostituierten die Leiche, sagte Oberstleutnant Gerhard Haimeder. In der Wohnung in der Gebrüder-Lang-Gasse 15 befanden sich mehrere Brandherde, teilweise war sie unter Wasser gesetzt.

(APA)

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