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"Kettenphantom" vor Gericht teilweise geständig

01.02.2012 - 17:06
Urteil für Donnerstag erwartet© APA (Pfarrhofer)Urteil für Donnerstag erwartet

Das von Kriminalisten als "internationaler Schwerverbrecher" eingestufte sogenannte "Kettenphantom" hat sich am Mittwoch am Landesgericht St. Pölten vor einem Schwurgericht verantworten müssen. Dem 55-jährigen Montenegriner werden in Zusammenhang mit Einbrüchen und Überfällen in Niederösterreich u.a. Freiheitsentziehung, schwerer Raub und erpresserische Entführung vorgeworfen.

Im Prozess zeigte sich der Mann großteils geständig, aber wenig reumütig. Ein Urteil wird für Donnerstag erwartet. Der 55-Jährige soll im Mai 2009 zunächst eine Frau in Pöchlarn (Bezirk Melk) in ihrem Haus überfallen und nach mehreren Stunden in der Sauna angekettet zurückgelassen haben. In St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) habe er im darauffolgenden September in Richtung eines Hausbesitzers geschossen und ihn bedroht, nachdem ihn dieser stellte, führte Staatsanwalt Karl Fischer aus.

In Stetteldorf am Wagram (Bezirk Korneuburg) soll er dann ein Paar in dessen Haus überfallen, die Frau gefesselt in der Dusche zurückgelassen und den Mann als Geisel mitgenommen haben, bevor er ihn an einen Hochstand angekettet zurückließ. Die am Nachmittag befragten Opfer zeigten sich teilweise schwerst traumatisiert.

Fischer bezeichnete den 55-Jährigen als "höchst professionellen Verbrecher", der seine Opfer vor den Überfällen genau auskundschaftet hatte, etwa als Jogger. Er sei mit seinen 55 Jahren in verschiedenen Ländern bisher zu insgesamt 41 Jahren Haft verurteilt worden. Die Ausforschung des Täters sei nur durch Zufall im Zusammenhang mit einem Mordfall in einer Wiener Diskothek gelungen, über welcher der Montenegriner eine Zeitlang gewohnt hatte. Er wurde im März 2010 in Belgrad verhaftet.

(APA)

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