Eine gebürtige Russin, in deren Auftrag am 5. Mai 2011 ein suspendierter Chefinspektor der Wiener Polizei zusammengeschlagen und schwer verletzt wurde, ist im Straflandesgericht wegen Anstiftung zu dieser Straftat sowie wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Ein Slowake, der den Spitzenbeamten gemeinsam mit vier weiteren, nicht ausgeforschten Männern verprügelt hatte, erhielt drei Jahre Haft, davon ein Jahr unbedingt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Hintergrund dürfte ein Darlehen des Polizisten an die unter Finanznöten leidende 51-Jährige gewesen sein, wobei der Beamte "Wucherzinsen" verlangt haben soll. Angeblich verlangte er für die rund 20.000 Euro, die er der Witwe borgte, 17 Prozent Zinsen pro Monat. Als der Beamte immer nachdrücklicher sein Geld zurückverlangte, bat sie ihn zu sich nach Hause, wo sie ihn sogleich in ihr Schlafzimmer geleitete. Aus der ersehnten Rückgabe des Geldes wurde aber nichts. Sobald der Polizist auf der Bettkante Platz genommen hatte, traten mehrere mit Sturmhauben maskierte Männer auf den Plan und versetzten dem 53-Jährigen zahlreiche Faustschläge und Fußtritte.
Dem übel zugerichteten Polizisten kam nach der Flucht auf die Straße schließlich ein Streifenwagen zu Hilfe: Nachbarn waren auf die wüsten Szenen aufmerksam geworden und hatten den Notruf verständigt.
Der Chefinspektor bekam vom Gericht ein Schmerzensgeld von 5.300 Euro für die erlittenen Verletzungen zugesprochen. Der 53-Jährige war im Vorjahr in Folge zahlreicher Verfehlungen selbst verurteilt worden. Er erhielt wegen Amtsmissbrauchs in sechs Fällen, Nötigung unter Ausnützung seiner Amtsstellung, Verletzung eines Amtsgeheimnisses, Betrugs und versuchter Bestimmung zur falschen Zeugenaussage 18 Monate bedingte Haft. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
(APA)

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