Quelle: ZAMG

Ermittlungen gegen TILAK-Ärzte aufgenommen

05.08.2011 - 12:56
Blutvergiftungen sind generell schwer zu erkennen© picture alliance / dpa ThemendieBlutvergiftungen sind generell schwer zu erkennen

Drei Ärzten der Tilak (Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH) wird vorgeworfen bei einem Patienten, der selber Arzt ist, eine Blutvergiftung nicht erkannt und nicht dementsprechend behandelt haben. Nun hat die Innsbrucker Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und Aussetzung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das bestätigte die Staatsanwaltschaft gegenüber der APA.

Der Betroffene sei Ende des vergangenen Jahres mit einem geschwollenen Arm in die Notaufnahme eingeliefert worden, erst Stunden später haben man ihn auf die Intensivstation verlegt. Zuerst sei er von der Notaufnahme in die Hautambulanz gebracht worden, wo sich sein Zustand immer weiter verschlechtert habe. Er habe sich "grauenhaft gefühlt und sei immer wieder kollabiert", schilderte der Patient gegenüber dem ORF.

Später sei er zurück in die Notaufnahme gebracht worden, wo seinen Angaben nach sein Gesundheitszustand bereits lebensbedrohlich gewesen sei. Wegen der Sepsis habe er wenig später notoperiert werden müssen, er sei in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden.

Dem Vorwurf des Arztes konterte die Tilak gegenüber der APA. "Dass sich eine lokale Entzündung am Arm innerhalb kürzester Zeit zu einer Sepsis entwickelt, kommt äußerst selten vor", sagte ein Sprecher der Uni-Klinik. Die Wahrscheinlichkeit liege bei circa eins zu 10.000. Außerdem sei die Blutvergiftung innerhalb weniger Stunden richtig erkannt und richtig behandelt worden, argumentierte er. Bereits die ärztliche Direktorin der Innsbrucker Klinik, Alexandra Kofler, hatte gegenüber "Radio Tirol" erklärt, dass eine Blutvergiftung generell nur schwer zu erkennen sei. Man könne nicht bei jedem Patienten mit einer Rötung oder Entzündung sofort differenzierte Blutbilder machen, weil diese auch länger dauerten.

(APA)

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