Quelle: ZAMG

Menschenmassen am Wiener Silvesterpfad

31.12.2018 - 22:44
Wiener und Touristen feiern den Jahreswechsel in der Wiener Innenstadt© APAWiener und Touristen feiern den Jahreswechsel in der Wiener Innenstadt

In Wien sind am Montag wieder Hunderttausende Menschen aus dem In- und Ausland in die Innenstadt gekommen, um dort am alljährlichen Silvesterpfad dem Jahreswechsel entgegenzufiebern. In der City drängten sich die Massen teils dicht vor den verschiedenen Bühnen, auf denen Party- und Tanzmusik diverser Genres Stimmung machen sollten.

Damit Hunger und Durst erst gar nicht aufkamen, konnten sich die Gäste an zahlreichen Labstationen verköstigen. Insgesamt rund 70 Gastro-Stände waren entlang des Pfad-Parcours errichtet worden. Kulinarische Bodenständigkeit war angesagt: Bier, Wein, Punsch und Würstel in allerlei Varianten dominierten die Speisen- und Getränkekarten. Wer nicht gerade mit Essen und Trinken beschäftigt war, hatte nicht selten ein Smartphone in oder ein müdes Kind an der Hand.

Laut Veranstalter Stadt Wien Marketing verlief das Event bisher "friedlich und ausgelassen". Chefin Gerlinde Riedl sprach über den Silvesterpfad von einem "Symbol dafür, dass ein Miteinander verschiedener Kulturen und Generationen in Harmonie möglich ist".

Um 14.00 Uhr startete die Freiluft-Sause bei freiem Eintritt. Vierzehn Standorte werden heuer bespielt - zwölf davon in der Innenstadt. Zusätzlich wird auch Programm am Pratervorplatz und in der Seestadt Aspern geboten. Neben Musik von Live-Bands und aus der Konsole - dichtes Gedränge herrschte kurz nach Einbruch der Dunkelheit etwa schon am Graben oder in der Kärntner Straße - stand in den Stunden vor dem Abend besonders das Kinderprogramm im Mittelpunkt. Bei der "okidoki"-Show auf der Freyung schauten u.a. Robert Steiner und Ratte Rolf Rüdiger vorbei. Eine Show samt Hunden und Skateboard gab es darüber hinaus zu bestaunen Familienunterhaltung war außerdem in der Seestadt angesagt.

Fleißig geübt für den Mitternachtswalzer wurde ebenfalls bereits bei Anbruch der Dunkelheit. Die kostenlosen Crashkurse der Tanzschulen, die in Deutsch und Englisch moderiert wurden, stießen auf breites Interesse. "Beim Zuschauen lernt man nichts", animierte Tanzlehrer Thomas zur zahlreichen Teilnahme. Schrittsicherheit ist im Herzen der Stadt jedenfalls gefragt, immerhin soll sich die Nobelmeile zu Mitternacht wieder in einen großen Ballsaal unter freiem Himmel verwandeln.

Premiere feierte dieses Jahr die "Straße des Glücks" in der Teinfaltstraße. Sechs Hütten boten Pendeln, Hellsehen, Numerologie, Tarot, Handlesen und Astrologie - wobei in letzterem Fall ein Pfadflaneur (wohl vergeblich) auf ein Treffen mit Gerda Rogers hoffte. Die Schlangen für die kostenlosen Blicke in die Zukunft waren durchaus lang. Hinsichtlich der persönlichen Prophezeiungen bemühte man sich trotzallem um Diskretion: Die Hütten waren zwar einsehbar, aber mit einigermaßen schalldichten Plexiglasscheiben versehen.

Beschallt wurde die Innenstadt am Abend nicht nur mit Pop, Rock, Blues, Samba oder Funk. Denn am Herbert-von-Karajan-Platz stand um 19.00 Uhr die Live-Übertragung der "Fledermaus" direkt aus der danebenliegenden Staatsoper am Programm. Interessierte konnten via Großbildschirm die Inszenierung von Otto Schenk begutachten. Klassisch ging es auch im Haus der Musik zu, das seine Pforten öffnete und Gäste einlud, einmal die Wiener Philharmoniker zu dirigieren oder seinen Namen als Mozartkomposition zu hören.

Anders als das Haus der Musik, das um 22.00 Uhr geschlossen wurde, bieten die meisten Locations des Silvesterpfads bis 2.00 Uhr früh Programm. Damit man sich in Sachen zulässiger Promillegrenze keine Sorgen machen muss, empfiehlt sich die Heimfahrt mit den Öffis. Um die problemlose Abreise zu gewährleisten, schieben die Wiener Linien wieder Extraschichten. Alle U-Bahn- sowie zahlreiche Bus- und Straßenbahnlinien fahren die ganze Nacht hindurch.

Highlight der inzwischen 29. Ausgabe des Silvesterpfads ist sicherlich einmal mehr das Feuerwerk um Punkt Mitternacht am Rathausplatz. In allen Farben erleuchtet wird der Himmel auch in Riesenradnähe sein, wo synchron zu Musikklängen Leuchtraketen abgeschossen werden. Am Pfad selbst ist allerdings nicht nur das Zünden, sondern bereits die Mitnahme pyrotechnischer Gegenstände untersagt.

Aus Sicherheitsgründen setzt die Polizei wie schon im Vorjahr erneut auf Videoüberwachung am Partygelände. Verschiedene Rammschutzmaßnahmen sind zudem getroffen worden. Die Polizei ist in der ganzen Stadt mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz. Außerdem wird ab 20.00 Uhr die Ringstraße zwischen Operngasse und Grillparzerstraße abgeriegelt. Die Sperre wird zumindest bis 1.30 Uhr am Neujahrstag aufrecht bleiben.

(APA)

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