Quelle: ZAMG

Verdächtiger nach Tötung einer 20-Jährigen in U-Haft

27.12.2018 - 16:27
In diesem Haus wurde die Frau erschossen© APA (Archiv)In diesem Haus wurde die Frau erschossen

Nach der Bluttat vom 20. Oktober 2018 in Zell am See, bei der eine 20-jährige Frau erschossen wurde, ist am Wochenende ein 17-jähriger Verdächtiger festgenommen worden. Bei Hausdurchsuchungen am Wohnort des Mannes wurde auch die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt. Der Pinzgauer wurde am Mittwoch in Untersuchungshaft genommen, bestätigte die Staatsanwaltschaft Salzburg gegenüber der APA.

Auf Anraten seines Verteidigers habe der 17-Jährige - ein bisher unbescholtener Österreicher - von seinem Recht Gebrauch gemacht, die Aussage zum Tatvorwurf zu verweigern, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Marcus Neher gegenüber der APA. Auf die Spur des Verdächtigen sei man aufgrund von Erkenntnissen aus dem sogenannten "digitalen Fußabdruck" gekommen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Der Teenager besaß laut Ermittlern zwei Schreckschusspistolen, die zu Schusswaffen umgebaut waren. Bei einer der beiden Pistolen soll es sich um die Tatwaffe handeln. "Die waffentechnische Überprüfung beim Bundeskriminalamt ergab vorab eine höchstwahrscheinliche Übereinstimmung mit den am Tatort des Mordes und im Zuge der Obduktion sichergestellten Spuren", so die Polizei.

Nähere Informationen über den Beschuldigten gab die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preis. Das Motiv der Tat sei noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte Neher. Der Fokus der polizeilichen Erhebungen wurde auf das soziale Umfeld des Opfers gelegt. Die 20-Jährige war in sozialen Netzwerken sehr aktiv und hatte einen großen Bekanntenkreis.

Die junge Frau war am 20. Oktober gegen 21.30 Uhr im Eingangsbereich ihrer Wohnung in einer Siedlung nördlich des Stadtzentrums Zell am See erschossen worden. Die Einheimische wurde von mehreren Projektilen in den Oberkörper getroffen und starb noch im Stiegenhaus des Mehrparteienhauses. Laut Obduktion verblutete sie innerlich. Ein Zeuge, der den mutmaßlichen Täter gesehen hat, beschrieb den Mann als schlank und etwa 1,70 Meter groß.

Medienberichten zufolge soll gegen die Frau wegen Suchtgifthandels ermittelt worden sein. Sie soll zwischen Juni 2017 und Mai 2018 rund 5,1 Kilo Marihuana verkauft haben und sei deswegen heuer für zwei Wochen in U-Haft gesessen.

(APA)

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