Quelle: ZAMG

Massiver Steinschlag erschwert Arbeiten im Lesachtal

02.11.2018 - 16:08
Die Aufräumarbeiten sollen am Freitag fortgesetzt werden© APA (BUNDESHEER)Die Aufräumarbeiten sollen am Freitag fortgesetzt werden

Trotz widriger Bedingungen sind am Freitag die Aufräum- und Sicherungsarbeiten in den von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Gebieten in Kärnten weitergegangen. Es setzte wieder starker Regen ein, im Lesachtal gab es einen Felssturz. 40 Bundesheersoldaten, die gerade dabei waren, die Straße nach Maria Luggau freizuräumen, flüchteten im letzten Moment vor dem herabstürzenden Geröll.

"Das Bundesheer arbeitete sich in Richtung Maria Luggau vor zur Abbruchstelle der Bundesstraße", erklärte Johann Windbichler, Bürgermeister von Maria Luggau. Am Hang oberhalb lösten sich die riesigen Felsblöcke. "Es war sehr kritisch. Es hätte Tote geben können." Nach dem Vorfall wurden die Einsatzkräfte von der Stelle abgezogen, auch die Feuerwehrleute die von der Osttiroler Seite her an der Wiederherstellung der Verbindung arbeiteten.

Durch den Felssturz wurden die Zufahrten zu drei Gehöften unterbrochen, erklärte Heinz Pansi, Bezirkshauptmann von Hermagor, gegenüber der APA. "Da suchen wir nach Alternativerschließungen. Die Ergebnisse, wie man das angeht, liegen noch nicht zu 100 Prozent am Tisch, aber wir arbeiten daran." Die Straßen ins Lesachtal bleiben weiterhin für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Der Aufbau der Stromversorgung im Tal war im Gange, bis zur vollen Wiederherstellung der Versorgung werde es aber noch drei oder vier Tage dauern, meinte Bürgermeister Johann Windbichler.

Im Gailtal liefen die Arbeiten zur Absicherung der Dämme weiter. Blackhawk-Hubschrauber des Bundesheeres waren im Einsatz. Mit Flussbausteinen und Schotter sollten die eingestürzten Dämme provisorisch wieder hergestellt werden. Pansi gab sich überzeugt, dass die Folgen der Unwetter mit Föhnsturm und Hochwasser die Menschen in den betroffenen Gebieten noch über Monate beschäftigen werden. "Mit dem Windbruch haben wir uns noch gar nicht beschäftigt."

Unterdessen wurden Stimmen laut, die von der Politik die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Schäden durch Naturkatastrophen einfordern. Volksanwalt Peter Fichtenbauer sagte, dass Betroffene oft auf die Katastrophenfonds der Bundesländer angewiesen seien, keinen Rechtsanspruch hätten und die Entschädigungssummen oft nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein" seien.

In dieselbe Kerbe schlug Gerhard Schöffmann, Vorstandsdirektor der Kärntner Landesversicherung. "Der Katastrophenfonds zahlt nur sehr eingeschränkt." Eine obligatorische Pflichtversicherung, angebunden an die Feuerversicherung, würde im Jahr nicht mehr als 20 bis 50 Euro pro Haushalt kosten. Fertige Konzepte der Versicherungen dafür gebe es schon lange. "Seit mehr als zehn Jahren bemühen wir uns darum, eine solche Regelung zu bekommen. Die Konzepte liegen aber unbearbeitet in den zuständigen Ministerien." Schöffmann schätzt allein die Gebäudeschäden in Kärnten auf rund 200 Millionen Euro.

(APA)

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