Quelle: ZAMG

Vassilakou könnte von Citymaut-Forderung abrücken

11.06.2018 - 15:30
Bedingung ist 365-Euro-Jahreskarte für Ostregion© APABedingung ist 365-Euro-Jahreskarte für Ostregion

Die Wiener Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) rückt von der Forderung nach einer Citymaut an der Stadtgrenze ab - wenn die nun angedachte 365-Euro-Jahreskarte für die Ostregion kommt. Sie zeigte sich am Montag ausdrücklich erfreut über den jüngsten Vorstoß von roten Ländervertretern. Unverändert bleibt hingegen die ablehnende Haltung der Grünen zum Lobautunnel.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl und Niederösterreichs SPÖ-Chef, Landesrat Franz Schnabl, hatten am Sonntag gemeinsame Anstrengungen für die Einführung eines 365-Euro-Tickets für die gesamte Ostregion versprochen. "Ich sage: wunderbar", lobte Vassilakou das Vorgehen.

Vassilakou forderte, dass bis Jahresende die Rahmenbedingungen für eine günstige Jahreskarte für die gesamte Ostregion geklärt werden. Sie hoffe, dass der Vorstoß "keine Nebelgranate" gewesen sei. Wenn das Vorhaben jedoch umgesetzt werde, "dann brauchen wir keine City-Maut". Falls nicht, führe kein Weg an der Maut vorbei, zeigte sie sich überzeugt.

Zwar könne sie die Abgabe ohne den Koalitionspartner SPÖ - der die Mautpläne ablehnt - nicht durchsetzen, durch die Zunahme des Verkehrs sei die Maßnahme aber letztendlich unausweichlich, versicherte sie. Sollte die Jahreskarte für die Ostregion so wie jene für die Wiener Linien nur mehr 365 Euro kosten, würde sie das als Erfolg werten, betonte sie: "Ich wäre sehr zufrieden." Die Debatte um die City-Maut hätte damit ein erfreuliches Ergebnis gebracht.

Wie die Maut selbst aussehen könnte, dazu gibt es noch keine Details. Vassilakou stellte am Montag lediglich in Aussicht, dass sie am Vormittag eingehoben werden könnte. "Die Einnahmen würden zu 100 Prozent in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs fließen", beteuerte sie.

Beim Lobautunnel, also dem noch fehlenden Teil der Nordostumfahrung, ist hingegen kein Einlenken in Sicht, wie die Ressortchefin klarstellte: "Die Haltung der Grünen und auch meine Haltung bleibt unverändert." Es bestehe die Gefahr, dass das "Luxus- und Prestigeprojekt" mehr Verkehr nach Wien ziehe. Um die dafür nötigen drei Mrd. Euro würde sie den öffentlichen Verkehr ausbauen und die Wirtschaftsförderung in den betreffenden Regionen intensivieren.

Verhindern kann die Ökopartei den Tunnel nicht mehr, da auf Landesebene dazu keine Entscheidungen mehr nötig sind. Der Grüne Landessprecher Joachim Kovacs versicherte jedoch, dass man die Ablehnung aber noch deutlicher formulieren werde. Unter anderem sei eine Infokampagne geplant. Verkehrsplaner Harald Frey von der TU Wien hob wiederum hervor, dass es bei vergleichbaren Projekten zumindest begleitende Schritte gegeben habe. So seien etwa in Zürich zahlreiche verkehrsberuhigende Maßnahmen vorgenommen worden als dort eine Umfahrung errichtet worden sei.

(APA)

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