Quelle: ZAMG

Mann erschoss Frau und sich selbst auf Straße in Wien-Wieden

29.05.2018 - 16:45
Die Polizei stellte die Waffe sicher© APADie Polizei stellte die Waffe sicher

Ein Mann hat am Dienstagvormittag in Wien auf der Rienößlgasse eine Frau erschossen und sich mit der Waffe danach selbst getötet. Zwei Zeugen dürften den Vorfall beobachtet haben. Ihren Angaben zufolge soll der 38-Jährige mehrere Schüsse abgegeben haben. Ob der Mann und die 35-jährige Frau ein Paar waren beziehungsweise welches Motiv hinter der Tat stehen könnte, ist bisher unklar.

Die Tat ereignete sich gegen 10.20 Uhr im Bezirk Wieden. Den Zeugenberichten zufolge gab der Mann mehrere Schüsse auf die Frau ab, ehe er die Waffe gegen sich selbst richtete. "Ein Taxifahrer dürfte das Geschehen direkt mitbekommen haben, er fuhr durch die Gasse und hat die Tat genau beobachtet", sagte Polizeisprecher Daniel Fürst. Die beiden Zeugen alarmierten die Polizei, diese wiederum die Rettung. Für die beiden Personen kam jedoch jede Hilfe zu spät, hieß es von der Wiener Berufsrettung. Die Schusswaffe wurde von der Polizei sichergestellt. Nun werde auch überprüft, ob der Mann diese legal besessen habe, so Fürst.

Die Rienößlgasse war nach der Tat komplett gesperrt, auch die Zufahrten wurden von der Polizei abgeriegelt. Medienvertreter und Schaulustige versammelten sich rund um den Tatort. Die Leichen wurden gegen 14.00 Uhr abtransportiert. Wieviele Schüsse genau abgegeben wurden, konnte Fürst am frühen Dienstagnachmittag noch nicht sagen. Auch zum Tathergang oder zum Motiv gab es vorerst keine Informationen.

Eine junge Frau, die in der Nähe des Tatorts wohnt, berichtete von "drei bis vier" Schüssen. Sie wollte zu dem Zeitpunkt gerade einkaufen gehen. "Ich kam runter und die Polizei schrie mich an, dass ich zurückgehen soll. Davor habe ich ein paar Schüsse gehört - aber da wusste ich noch gar nicht, dass es Schüsse sind." Obwohl die Frau sofort wieder umdrehte, sah sie noch "die Leiche des Mannes auf der Straße liegen".

Ein Bauarbeiter, der während des Vorfalls auf einer Baustelle in der angrenzenden Waaggasse beschäftigt war, sprach von "zwei bis drei Schüssen". Gesehen habe er nichts, berichtete er. "Gehört habe ich auch nichts, keinen Streit oder so", sagte der Mann. "Hoffentlich haben die Kinder das nicht gesehen", äußerte sich eine Passantin im Hinblick auf eine nahe gelegene Schule besorgt. "Mir kommt vor, das häuft sich in letzter Zeit", sagte ein anderer Passant, der an der Absperrung der Polizei vorbeiging.

Laut Polizeiangaben wurden 2018 bereits 15 Menschen Opfer von Tötungsdelikten. Im Vorjahr waren es im gesamten Jahr insgesamt 20 Mordopfer gewesen, 2016 gab es 16 Morde, 2015 waren es 20. Im Jahr 2014 war die Zahl der Tötungsdelikte mit neun die niedrigste in der Bundeshauptstadt seit 1955.

(APA)

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