Quelle: ZAMG

In Schacht gestürzt: Kärntner starb, Bub überlebte

10.04.2018 - 14:30
Im Dickicht verwachsener Schacht wurde zur Todesfalle© APA (HFW VILLACH)Im Dickicht verwachsener Schacht wurde zur Todesfalle

Ein fünfjähriger Bub und sein 56-jähriger Sozialbetreuer sind am Montagabend in Villach in einen 17 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt. Während das Kind fast unverletzt überlebte, kam für den Mann jede Hilfe zu spät. Der genaue Ablauf war vorerst unklar, das Kriminalreferat hat die Ermittlungen übernommen.

Gegen 19.00 Uhr hatte die 40-jährige Mutter des Buben Alarm geschlagen: Der Sozialbetreuer, der dem Buben jede Woche einen Besuch abstattete, hatte mit dem Fünfjährigen im Garten gespielt - plötzlich seien die beiden aber verschwunden. Polizei, Hundeführer und die Besatzung eines Hubschraubers beteiligten sich an der Suche, bis man auf einen nur einen Meter breiten Brunnenschacht aufmerksam wurde, der von Gestrüpp überwuchert war. Die Retter leuchteten den ausgetrockneten Brunnen aus und sahen, dass sich der Bub am Grunde des Schachts bewegte.

Die Feuerwehr stellte einen Dreifußbock am Rand des Brunnens auf, ein Feuerwehrmann seilte sich ab. "Der Bub war sehr tapfer", sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Harald Geissler, "er hat gesagt, dass der Mann, der auch heruntergefallen ist, nicht mit ihm redet und dass ihm kalt sei." Der Feuerwehrmann im Schacht beruhigte den Fünfjährigen und legte ihm ein Bergegeschirr an, woraufhin die beiden nach oben gezogen wurden. "Es ist uns allen ein Rätsel, wie er das nur leicht verletzt überlebt haben kann", beschrieb Geissler die Situation. Später wurde auch noch der 56-Jährige aus dem Schacht geborgen, für ihn kam aber jede Hilfe zu spät.

Wie das Land Kärnten mitteilte, arbeitete der Mann seit 23 Jahren als Familienintensivbetreuer beim B3-Netzwerk, einer gemeinnützigen Organisation, die Kindern, Jugendlichen und deren Familien Unterstützung in schwierigen Situationen bietet. Er war verheiratet und hatte selbst zwei Kinder.

(APA)

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