Quelle: ZAMG

Messer-Attacken in Wien: Mann inzwischen außer Lebensgefahr

09.03.2018 - 19:03
Der Mann wurde vor einem Lokal attackiert© APADer Mann wurde vor einem Lokal attackiert

Jener 67-Jährige, der sich nach einer Messer-Attacke am Mittwoch in Wien-Leopoldstadt in Lebensgefahr befand, war am Freitag in stabilem Zustand, wie die PR-Agentur des behandelnden Spitals mitteilte. Unterdessen bestätigte die Polizei, dass der verdächtige Afghane bis 8. Dezember 2017 eine Haftstrafe wegen Drogenhandels verbüßte. Er sollte noch am Freitag in U-Haft genommen werden.

Der 23-Jährige gestand am Donnerstag, die beiden Messerattacken, bei denen insgesamt vier Menschen verletzt worden sind. In der Praterstraße hatte er eine Familie angegriffen, am Praterstern dann einen 20-jährigen Bekannten. Der Verdächtige sollte noch am frühen Freitagabend von der Polizei in eine Justizanstalt überstellt werden.

Die Einvernahmen des 23-jährigen Afghanen durch Beamte des Landeskriminalamts wurden am Freitag abgeschlossen. Motiv für die Taten dürfte die "grundsätzliche Unzufriedenheit mit seiner Lebenssituation sowie sein Drogenproblem" gewesen sein, gab die Polizei in einer Aussendung bekannt. Ein religiöser Hintergrund wird nach wie vor ausgeschlossen, diesbezügliche Aussagen seien von einem Zeugen relativiert worden. Der Verdächtige sollte noch am frühen Freitagabend von der Polizei in eine Justizanstalt überstellt werden.

In der Mitteilung bestätigte die Landespolizeidirektion, dass der 23-Jährige bis 8. Dezember 2017 eine Haftstrafe verbüßte. Den Angaben zufolge war er am 8. August vergangenen Jahres unter dem Verdacht des Suchtgifthandels festgenommen worden und hat am 30. August die Haftstrafe angetreten.

Dem "Kurier" zufolge befand sich der Beschuldigte mindestens zwei Mal hinter Gittern. Zu mehreren Anzeigen, die laut der Tageszeitung gegen den seit 2015 in Österreich lebenden Mann erstattet wurden, machte die Polizei keine Angaben, da es in keinem der Fälle zu einer Verurteilung gekommen sei. Dem "Kurier" zufolge hatte der Afghane - er war 2015 als Flüchtling nach Österreich gekommen - zweimal einen Antrag auf eine freiwillige Rückkehr in sein Heimatland gestellt, erstmals 2016. Das erste Zertifikat sei nicht abgeholt worden, der zweite Antrag sei erst am Montag gestellt worden. Der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl hatte gesagt, der Mann habe von 2016 bis zu seiner Festnahme als "U-Boot" gelebt.

Die Anwältin Maria Windhager, die die betroffene Familie medienrechtlich vertritt, appellierte bei der Berichterstattung über den Fall die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu wahren. Die Betroffenen sollen sich nun "in aller Ruhe ihrer Genesung widmen können", betonte Windhager gegenüber der APA. In einigen Medien seien bereits identifizierende Angaben gemacht worden - das gelte auch für nicht ausreichend verpixelte Fotos. "Das wäre ab sofort zu unterlassen. Bei Verletzungen der Persönlichkeitsrechte werden rechtliche Schritte ergriffen", sagte die Anwältin.

(APA)

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