Quelle: ZAMG

Polizei sprengte in Tirol agierenden Drogenring

15.01.2018 - 11:53
Für 45 Personen klickten die Handschellen© APA (Gindl)Für 45 Personen klickten die Handschellen

Die Polizei hat einen in Tirol agierenden Drogenring gesprengt. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Montag bekannt gab, wurden 60 Verdächtige ausgeforscht, für 45 von ihnen - darunter zwei Frauen - klickten die Handschellen. Die Bande steht im Verdacht, seit dem Frühjahr 2017 rund 50 Kilogramm Marihuana nach Tirol geschmuggelt und verkauft zu haben.

Der Ausgangspunkt der über acht Monate dauernden Ermittlungen waren Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen hatten sich bei der Polizei gemeldet, dass im Innsbrucker Hofgarten vermehrt mit Suchtgift gehandelt würde. Neben der verstärkten Polizeipräsenz des Stadtpolizeikommandos begann das LKA parallel mit gezielten Strukturermittlungen, hieß es. Bald habe sich herauskristallisiert, dass drei untereinander vernetzte Gruppierungen tätig waren. Diese gingen laut den Ermittlern dabei arbeitsteilig und in mehrere hierarchische Ebenen unterteilt vor. Eine der Gruppen war vorwiegend im Hofgarten in Innsbruck, die anderen beiden neben Innsbruck in den Bezirken Innsbruck-Land und Imst bzw. Kufstein aktiv.

Das Marihuana soll von Kontaktpersonen der jeweiligen Gruppierung bei Bezugsquellen in Wien gekauft und von zumeist minderjährigen Asylwerbern bzw. subsidiär Schutzberechtigten oder einheimischen Mädchen mit dem Zug nach Tirol geschmuggelt worden sein. Hier wurde es dann von den Kontaktpersonen in Innsbruck und Kufstein übernommen und innerhalb weniger Stunden an Unterhändler verteilt.

Von den bis dato 60 ermittelten Personen wurden seit Oktober 2017 zwei Frauen und 43 Männer festgenommen. Die Verdächtigen im Alter von 15 bis 48 Jahren stammen laut LKA aus Afghanistan, Österreich, dem Iran, Armenien, Pakistan, Syrien, der Türkei und Deutschland. Zudem wurden im Zuge der Ermittlungen sieben Kilogramm Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von etwa 70.000 Euro, eine verbotene Waffe und weitere Vermögenswerte - wie mehrere hochpreisige Mobiltelefone sowie 6.000 Euro auf einem Bankkonto - sichergestellt.

Von den Festgenommenen wurden insgesamt 31 in die Justizanstalten Innsbruck und Wien eingeliefert. Ihnen wird vorgeworfen, als Kontaktpersonen, Bezugsquellen, Unterhändler bzw. Kuriere für die kriminelle Vereinigung fungiert zu haben. Teilweise seien sie geständig. Neben dem Tiroler LKA waren unter anderem auch das LKA Wien und das Bundeskriminalamt in die Ermittlungen involviert.

(APA)

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