Quelle: ZAMG

Eiskletterer bei Lawine im Pongau ums Leben gekommen

10.12.2017 - 17:19
Für den Mann kam jede Hilfe zu spät© APAFür den Mann kam jede Hilfe zu spät

Bei einem Lawinenabgang im Bereich des Eisfalls "Federweiß" in Bad Gastein (Pongau) ist ein 24-jähriger Eiskletterer aus Dorfgastein ums Leben gekommen. Der Mann war trotz Reanimationsversuchen am Unglücksort verstorben. Sein Kletterkollege, der aus dem gleichen Ort kommt wie das Opfer, hatte sich selber befreien können und die Rettungskräfte alarmiert, wie die Rettungskräfte berichteten.

Das Todesopfer musste aus einer Tiefe von zwei Metern ausgegraben werden. Rund 15 Minuten war er in den Schneemassen gefangen. Die Zweierseilschaft war trotz gesetzter Sicherungsschrauben von der Lawine mitgerissen worden, berichtete die Polizei.

Nach einer Kletterlänge von etwa 30 Metern löste sich gegen 9.00 Uhr ein größeres Schneebrett. Zwei andere gerade aufsteigende Eiskletterer, die den Unfall beobachtet hatten, eilten zu den Verunglückten. Sie begannen mit der Suche und verständigten die Einsatzkräfte. Der 25-jährige Seilschaftskollege des Verunglückten wurde nur zum Teil vom Schnee verschüttet. Ihn flog der Rettungshubschrauber in das Unfallkrankenhaus Schwarzach. Die Polizei schloss Fremdverschulden aus.

Der Einsatz gestaltete sich für die Bergrettung und die Hundestaffel schwierig. Aufgrund eines starken Föhnsturms konnte der Hubschrauber nicht landen. Die Einsatzkräfte mussten daraufhin zu Fuß zum Unglücksort.

Auch in Vorarlberg, Tirol und Niederösterreich herrscht weiter Lawinengefahr. Die Gefahr wurde am Sonntag als erheblich (Stufe drei auf der fünfteiligen Skala) beurteilt. Sowohl in Vorarlberg als auch in Tirol bestand im ganzen Land oberhalb von 1.800 Meter erhebliche Lawinengefahr, in den östlichen Nordalpen und den Kitzbüheler Alpen oberhalb von 1.600 Meter.

"Die Gefahr für Wintersportler geht von frischen und kürzlich gebildeten Triebschneeansammlungen aus", warnte Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol. Am Samstag habe es bereits einige Lawinenauslösungen durch Wintersportler, spontane Lawinenabgänge und Sprengungen gegeben, sagten Nairz und sein Vorarlberger Kollege Andreas Pecl. Pecl wies nachdrücklich darauf hin, dass bereits die Zusatzbelastung durch einzelne Wintersportler ausreichte, um Schneebretter auszulösen. Außerdem sollte in schneereichen Regionen Vorarlbergs und Tirols auf Gleitschneelawinen geachtet werden.

In Niederösterreich war die Lawinengefahr am Sonntag in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet über der Waldgrenze erheblich. Es bestand weiterhin die Gefahr, dass in nord- über ost- bis südexponierten Hängen sowie in manchen Rinnen und Mulden bereits durch die geringe Zusatzbelastung eines Wintersportlers Schneebrettlawinen ausgelöst werden können. Mit dem Südwestföhn bleibt es laut der Prognose weiterhin äußerst stürmisch, in exponierten Lagen sind sogar Orkanböen möglich.

Am Montag wurden deutliche Plusgrade in den Bergen, orkanartiger Wind und etwas Regen erwartet. Die Lawinengefahr wird laut Prognose weiterhin zum Teil erheblich bleiben.

(APA)

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