Quelle: ZAMG

Nachbarn getötet - Suche nach Täter weiter ohne Erfolg

31.10.2017 - 17:19
Die Anstrengungen wurden noch einmal verstärkt© APADie Anstrengungen wurden noch einmal verstärkt

Der 66-jährige mutmaßliche Schütze aus dem steirischen Stiwoll, der am Sonntag auf seine Nachbarn geschossen und dabei zwei getötet und eine Nachbarin schwer verletzt haben soll, ist auch am Dienstag nicht gefunden worden, obwohl die Polizei die Suche intensiviert hat. Hunderte Beamte waren unter anderem mit Suchhunden und Hubschraubern in der Steiermark und in Niederösterreich im Einsatz.

In Niederösterreich sorgte ein Hinweis für eine Alarmfahndung, doch auch die brachte keinen Erfolg. "Die Fahndung nach dem Täter läuft weiter auf Hochtouren", teilte die Exekutive am Dienstag mit. Die Anstrengungen wurden noch einmal verstärkt. Dazu wurde die Zahl der Polizeikräfte auf mehrere hundert aufgestockt. Unterstützung kommt auch vom Einsatzkommando Cobra und Einsatzeinheiten aus anderen Bundesländern. Die Schulen und Kindergärten in manchen Gemeinden der Umgebung blieben geschlossen. Lehrer wurden bereits vorsorglich von Schulpsychologen auf die Aufarbeitung mit den Schülern vorbereitet.

Am Nachmittag verlagerte sich die Aufmerksamkeit vorübergehend von der Steiermark nach Niederösterreich. Nahe Amstetten soll der Verdächtige von mehreren Passanten gesehen worden sein. Gesucht wurde im Großraum um Kematen und St. Valentin sowie im Bereich der Donaubrücke Richtung Mauthausen (OÖ). Gefunden wurde der Verdächtige jedoch auch dort nicht. Später wurde die Alarmfahndung auf die zweithöchste Stufe heruntergefahren - "intensive Streifungen" wurden aber fortgesetzt.

Der 66-jährige Steirer soll am Sonntag mit einer Langwaffe auf seine Nachbarn geschossen haben. Ein 64-jähriger Mann und eine 55 Jahre alte Frau starben, eine 68-Jährige wollte fliehen, wurde am Arm getroffen und schwer verletzt. Einem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge wurde der Mann zweimal, die 55-jährige Nachbarin gleich drei Mal getroffen. Bei der schwer verletzten 68-Jährigen wurde ein Einschuss festgestellt. Das Kaliber wird von der Exekutive aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht. Bei der Waffe des Verdächtigen handelte es sich jedenfalls - entgegen ersten Meldungen - nicht um ein Gewehr seiner Ehefrau, sondern um eine illegale Waffe. Sie war nicht registriert. Die registrierten Waffen der Frau wurden von der Polizei sichergestellt.

Das Motiv für die Schüsse aus dem Hinterhalt soll ein langer Streit um ein Grundstück gewesen sein. Der Verdächtige ist bei den Behörden kein Unbekannter: Gegen ihn wurde schon wegen übler Nachrede, versuchter Nötigung und gefährlicher Drohung ermittelt, die Verfahren wurden aber eingestellt, da er in Gutachten als nicht zurechnungsfähig eingestuft worden war. Gegen ihn wurde auch im Vorjahr ermittelt, nachdem er mit seinem Bus mit einem Plakat mit der Aufschrift "Heil Hitler" durch Graz und andere Gebiete gefahren war. Da ihm aber der Vorsatz der NS-Wiederbetätigung nicht nachgewiesen werden konnte, kam er auch da straffrei davon. Vom Gutachter wurde er außerdem als nicht gefährlich eingestuft, weshalb er nicht in einer Anstalt untergebracht werden konnte.

Die Existenz einer in Medien kursierenden angeblichen "Todesliste" des Verdächtigen wurde am Dienstag von der Landespolizeidirektion Steiermark nicht bestätigt. Eine derartige Liste sei definitiv nicht gefunden worden. Es existiert aber eine "Gefährdeten-Liste", die von der Polizei selbst erstellt wurde. Darauf zu finden sind unter anderem die Staatsanwaltschaften Graz, Klagenfurt, Leoben, diverse Richter und Bezirkshauptmannschaften, andere Institutionen und auch Betriebe, mit denen der 66-Jährige in Streit war. Sie alle werden von extra abgestellten Beamten beschützt.

(APA)

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