Quelle: ZAMG

3,5 Millionen Freiwillige in Österreich

05.10.2017 - 15:29
Freiwillige Helfer füllen Sandsäcke© APA (LFV/Meier)Freiwillige Helfer füllen Sandsäcke

3,5 Millionen Menschen, also rund 46 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren, engagieren sich freiwillig. "Das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Österreicherinnen und Österreicher", sagte Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) anlässlich einer Pressekonferenz zur internationalen Freiwilligenkonferenz in Wien am Donnerstag. Er plant Verbesserungen für das freiwillige Sozialjahr und Auslandsdienste.

Die große Tradition der Freiwilligenarbeit bestätigte auch Gert Feistritzer, Projektleiter am Institut für empirische Sozialforschung (IFES). Er präsentierte das Ergebnis einer Erhebung vom vergangen Jahr, für die 4.000 Österreicher ab 15 Jahren befragt worden waren. In Organisationen und Vereinen engagieren sich rund 2,3 Millionen Menschen unbezahlt. Dazu kommen diejenigen, die sich informell in der Nachbarschaftshilfe einbringen.

Die wichtigsten Betätigungsfelder sind laut IFES-Erhebung die Bereiche Sport und Bewegung, Katastrophenhilfe und Rettungsdienste, Kunst, Kultur und Freizeit sowie der Sozial- und Gesundheitsbereich. Zwei Prozent der Bevölkerung seien unbezahlt in der Flüchtlingshilfe engagiert. Frauen sind gleichermaßen vertreten wie Männer. In Wien gibt es tendenziell mehr Personen, die Freiwilligenarbeit leisten. Das liegt laut Feistritzer daran, dass in großen Städten mehr Zuwanderer leben und Familienstrukturen weniger greifen als am Land.

Wer eine Freiwilligenarbeit sucht, greift zuerst auf sein persönliches Netzwerk zurück. 67 Prozent der Befragten gaben an, dass sie über Freunde und Bekannte zu einem freiwilligen Engagement gekommen seien. Eigeninitiative (43 Prozent) und aktives Werben des Vereines selbst (33 Prozent) kamen gleich danach.

Um die soziale Absicherung bei freiwilligem Engagement zu erhören, sei am Mittwoch ein Initiativantrag im Nationalrat eingereicht worden, erklärte Sozialminister Stöger. Dieser solle Verbesserungen für das freiwillige Sozialjahr und Auslandsdienste bringen. Das freiwillige Sozialjahr soll auch weiterhin bei Rettungsorganisationen geleistet werden können. Wie schon nach dem Zivildienst üblich, soll auch nach dem freiwilligen Sozialjahr die Familienbeihilfe in der Übergangszeit bis zum Studium ausgezahlt werden. Zudem soll die langfristige Finanzierung von Auslandsdiensten gesichert werden.

"Ohne Ersparnisse oder familiäre Unterstützung, auf die nicht alle zurückgreifen können, ist ein Gedenkdienst im Ausland aktuell kaum mehr möglich", sagte Jutta Fuchshuber, stellvertretende Obfrau des Vereins Gedenkdienst. Sie begrüßte den im Nationalrat eingebrachten Antrag auf finanzielle Verbesserung. Darüber diskutiert werden soll am 12. Oktober, bei der letzten Nationalratssitzung dieser Legislaturperiode.

(APA)

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