Quelle: ZAMG

Lebenslange Haft für Griechen nach Mord in Tirol

12.07.2017 - 20:59
Grieche bekannte sich schuldig© APAGrieche bekannte sich schuldig

Im Fall des im November des vergangenen Jahres auf einem Parkplatz an der Eibergstraße in Söll nahe Kufstein erschossen aufgefundenen Griechen ist am Mittwoch am Landesgericht Innsbruck ein Landsmann des Opfers wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die 32-jährige Ehefrau des Erschossenen wurde als Beitragstäterin schuldig gesprochen. Sie bekam 15 Jahre Haft auferlegt.

Die Geschworenen sprachen den 29-Jährigen mit acht zu null Stimmen schuldig und die Witwe mit sieben zu einer Stimme. Dem Täter wurde vorgeworfen, das 31-jährige Opfer mit zehn Schüssen in den Rücken und Schädel aus kürzester Distanz erschossen zu haben. Die Witwe soll diesen Plan unterstützt und der Erschießung ihres Mannes zugestimmt haben. "Die beiden Angeklagten haben das Mordkomplott gemeinsam geschmiedet", meinte der Staatsanwalt. Beide Urteile waren vorerst nicht rechtskräftig.

Die beiden Griechen und die Witwe, eine deutsche Staatsbürgerin, lebten zuletzt in München. Die beiden Männer seien eng befreundet gewesen. Die 32-Jährige und der 29-Jährige hatten eine Affäre und hätten sich durch den Tod des Ehemannes eine gemeinsame Zukunft erhofft. Zudem sei das spätere Opfer wiederholt gegen seine Frau und die gemeinsame sechsjährige Tochter gewalttätig geworden. "Ich weiß nicht, wie oft er mich geschlagen hat, es waren aber viele male", meinte die Deutsche vor Gericht.

Der Grieche hatte sich zu Prozessbeginn schuldig bekannt und ein vollumfängliches Geständnis abgelegt. "Ich habe ihn erschossen. Jede Patrone, die ich abgefeuert habe, stand für einen Übergriff auf seine Tochter und seine Frau", meinte der Angeklagte. Vor rund einem Jahr habe er zum ersten Mal mit der Zweitangeklagten darüber gesprochen, dass man ihren Mann "aus dem Weg räumen" müsse. Den Entschluss zur Tat hätten sie schließlich gemeinsam gefasst, erklärte der Grieche.

Die Witwe zeichnete jedoch ein vollkommen anderes Bild. Sie bekannte sich nicht schuldig. "Von einer Tötung war nie die Rede, für mich war klar, dass ich ins Frauenhaus muss", meinte die Beschuldigte. Erst am Tag der Tat habe der 29-Jährige ihr erzählt, dass er ihren Mann "aus dem Weg räumen" wolle. "Ich konnte es gar nicht glauben", verteidigte sich die 32-Jährige. Sie hatte bis zuletzt beteuert ihren Geliebten nicht zur Tat angestiftet zu haben.

(APA)

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